Prall gefüllte Story-Datenbank

Medienschaffende stellen gestützt auf Dokumente und Daten der Verwaltungen zunehmend relevante Inhalte her. Wir dokumentieren hier die Arbeiten, die mithilfe eines Öffentlichkeitsgesetzes in Onlinemedien, Print, Radio oder TV realisiert wurden.

Jorgos Brouzos, Tagesanzeiger, 27.06.2026

Parmelin und Rösti verhinderten strengere Regeln, die Jans wollte

Ursprünglich waren im Gegenvorschlag zur zweiten Konzernverantwortungsinitiative strengere Regeln für den Schweizer Rohstoffsektor vorgesehen. Dieser Punkt wurde jedoch nach der Ämterkonsultation gestrichen. Das zeigen Dokumente, welche die Redaktion des «Tagesanzeigers» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhielt. Gemäss Bundesamt für Justiz unter Beat Jans weist der Rohstoffsektor ein hohes Risiko für menschenrechtliche und umweltbezogene negative Auswirkungen auf, weshalb spezifische Vorgaben für Rohstofffirmen geplant waren. Darauf folgte deutliche Kritik aus dem Wirtschaftsdepartement unter Guy Parmelin. Auch das Uvek von Bundesrat Albert Rösti stellte den Gegenvorschlag grundsätzlich infrage. Diese Kritik setzte sich durch: Die Sonderregelung für den Rohstoffsektor wurde aus dem Gegenvorschlag gestrichen. Die Abstimmung findet voraussichtlich 2028 statt.

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David Genillard, 24 heures, 25.06.2026

La discorde sur l’asile face à la réalité des chiffres

Sind die Kantone beim Asyl gleichgestellt? Zahlen, «Reflekt» und Öffentlichkeitsgesetz.ch dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhielten, zeigen erstmals detaillierte Daten zur Verteilung von Asylsuchenden in der Schweiz seit 1994. Die Analyse der Redaktion «24 heures» bestätigt ein Ungleichgewicht —  zugunsten der Romandie. 2025 lag der Durchschnitt bei 1,39 Asylsuchenden pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In den Kantonen Waadt, Jura, Wallis und Genf lagen die Werte bei 1,4%, 1,44%, 1,48% und 1,52%. Diese Differenzen bestehen teilweise seit Jahren und können auch finanzielle Auswirkungen auf die Ausgaben der Kantone haben.

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Malte Aeberli, Silvana Schreier, Tagesanzeiger, 25.06.2026

Wieso in Truttikon 2025 kein Asylsuchender lebte

Wie viele Personen im Asylprozess den Gemeinden zugeteilt werden, hängt stark vom jeweiligen Kanton ab. Zahlen, welche «Reflekt» und Öffentlichkeitsgesetz.ch dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhielten, zeigen erstmals detaillierte Daten zur Verteilung von Asylsuchenden in der Schweiz seit 1994. Die Analyse der Redaktion des «Tagesanzeigers» zeigt, dass Kantone mit Quotenmodellen wie Zürich oder St. Gallen eine gleichmässigere Verteilung erreichen, während sich Asylsuchende in anderen Kantonen häufiger in Zentren oder einzelnen Gemeinden konzentrieren. Lokale Lösungen wie Gemeindeverbünde können Ungleichgewichte teilweise ausgleichen, stossen jedoch angesichts knappen Wohnraums an Grenzen.

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Patrick Ferrari, Le Nouvelliste, 25.06.2026

«Des problèmes significatifs» en matière d’impôts»

In der Walliser Gemeinde Ayent kam es zu Verzögerungen bei Steuerveranlagungen von über 500’000 Franken. Dies zeigen Dokumente, welche die Redaktion «Le Nouvelliste» dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes erhielt. Betroffen sind mehr als 200 Dossiers, darunter Kapitalleistungen und Unternehmen, bei denen Veranlagungen verspätet oder nicht zugestellt wurden. Zudem wurden einzelne Steuerpflichtige zu hoch belastet. Laut Bericht bestehen auch Mängel bei der Bearbeitung älterer Fälle. Die Gemeinde hat einen grossen Teil der Fälle inzwischen korrigiert; der Abschluss der Aufarbeitung wird bis September 2026 erwartet.

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Fabian Fellmann, Tagesanzeiger, 24.06.2026

Verdorbener Käse: Wie eine Salmonellenwarnung des Bundes tagelang verzögert wurde

Obwohl bereits Ende März 2026 Salmonellen in der Käserei Landbrügg gefunden und Produkte zurückgerufen wurden, veröffentlichte das Bundesamt die offizielle Warnung erst am 7. April – acht Tage später. Das zeigen Dokumente, welche die Redaktion des «Tagesanzeigers» dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes erhielt. Die Akten belegen, dass Behörden über Ostern mit der Salmonellenwarnung im Fall des Emmi-Ablegers zögerten und teils sogar erwogen, die Warnung zurückzuhalten. Gründe waren fehlende Daten, Abstimmungsprobleme mit Detailhändlern und gesetzliche Vorgaben. Der Fall wirft Fragen zur Effizienz des Warnsystems auf.

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Seraina Gross, Handelszeitung, 18.06.2026

Sie sollen Donald Trumps Schlamassel entwirren

Trumps Most-Favoured-Nation-Prinzip setzt die Schweizer Pharma unter Druck, da sich die US-Preise künftig an tieferen Schweizer Preisen orientieren. Die Arbeitsgruppe «Lifesciences-Standort» unter Pierre-Alain Schnegg soll Lösungen im Spannungsfeld von Medikamentenkosten und volkswirtschaftlichen Interessen finden. Dokumente, die die Redaktion dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetz erhielt, zeigen, wer zusätzlich beteiligt ist: Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Gesundheitsdirektorenkonferenz, Volkswirtschaft und Bund.

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Adrienne Fichter, Republik, 16.06.2026

Wie Google Schweiz für Israel arbeitet

Google Zürich arbeitet für die israelische Regierung. Dokumente, welche die Redaktion «Republik» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhielt, geben erstmals vertieften Einblick in die vom Bund eingeleitete Untersuchung zu der Rolle von Google Zürich im umstrittenen Projekt «Nimbus». Das Projekt ist Teil eines milliardenschweren Cloud-Vertrags von Google und Amazon mit der israelischen Regierung und steht in der Kritik, weil die bereitgestellte Infrastruktur intensiv für militärische Operationen genutzt wird. Der Bundesrat kam nach Prüfung der Akten zwar zum Schluss, die Dienstleistungen von Google Zürich fielen nicht unter das Söldnergesetz. Weiterführende Recherchen der Redaktion belegen jedoch: Google Zürich unterstützt das israelische Militär bei Fragen der Cloud-Infrastruktur sowie bei verschiedenen KI-Funktionen.

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Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 12.06.2026

Luchs mit Kopfschuss getötet

Ein Wilderer tötete im März 2025 bei Schinznach-Dorf einen Luchs mit gezieltem Kopfschuss und schnitt anschliessend Stücke aus dem Kadaver. Das Tier war ein bis zwei Jahre alt und gesund. Dokumente, welche die Redaktion «Aargauer Zeitung» dank des regionalen Öffentlichkeitsgesetzes erhielt, zeigen dies anhand des Obduktionsberichts der Universität Bern. Es ist der erste dokumentierte Luchs-Abschuss im Aargau. Das vom Kanton eingereichte Strafverfahren gegen Unbekannt wurde mangels Hinweisen sistiert, jedoch nicht eingestellt.

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Xavier Nicol, Jean-Philippe Ceppi, RTS Temps present, 11.06.2026

Foot amateur, le fric qui rend fou

Vier Klubs des Westschweizer Amateurfussballs sind in eine Krise geraten, die Leidenschaft wird durch Grössenwahn verdrängt. Beim «Olympique de Genève» führten übertriebene Ambitionen und ein katastrophales Management den Klub in eine Überschuldung und zu strafrechtlichen Vergehen. Die Stadt Genf liess daraufhin ein Audit erstellen, das «RTS Temps Présent» gestützt auf das kantonale Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte. Der Audit erwähnt Prämien und Provisionen von rund 66ʼ000 Franken an Spieler und Trainer in der Saison 2022/2023, während sich die Schulden 2023 auf fast 250ʼ000 Franken beliefen. Behörden, Experten und Expertinnen kritisieren bei den vier Klubs Grössenwahn, die toxische Vermischung von Sport und Geschäft sowie die Infiltration durch kriminelle Akteure, während der Schweizerische Fussballverband seine fehlenden Eingriffsmöglichkeiten in den Vereinen einräumt.

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Roland Gamp, Tagesanzeiger, 09.06.2026

KI entlarvt verdächtige Forschungsarbeiten - Zürcher Uni-Professorin betroffen

Die Niederländerin Elisabeth Bik hat sich dem Kampf gegen wissenschaftliches Fehlverhalten verschrieben. Nun hat sie mögliche Bildmanipulationen in mehreren Fachartikeln der Zürcher Professorin und Lehrstuhlinhaberin Sina Coldewey identifiziert. Bereits zuvor wurden vier Publikationen, an denen sie als Co-Autorin beteiligt war, wegen problematischer Abbildungen zurückgezogen. Dokumente, welche die Redaktion des «Tagesanzeigers» dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes einsehen konnte, zeigen, wie die Universität Zürich den Fall beurteilte: Es wurde eine Voruntersuchung eingeleitet und kritisiert, dass die Fachzeitschrift den Rückzug unzureichend begründet habe. Zugleich werden die Autoren in die Pflicht genommen. Coldewey weist die Vorwürfe zurück. Die Resultate erachte sie als verlässlich und erklärt, dass die beanstandeten Abbildungen stammten aus einem anderen Labor.

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Andreas Maurer, Schweiz heute, 08.06.2026

«Ich sah Blut auf meinem Rock»

Kelly G., eine ehemalige Schülerin der von Ex-Chocolatier Jürg Läderach gegründeten Privatschule Domino Servite, beschuldigt einen Lehrer der Vergewaltigung. Dokumente, welche die Redaktion von «Schweiz heute» dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes erhielt, zeigen, wie die St. Galler Staatsanwaltschaft den Fall schlussendlich beurteilte: Die Verfahren wurden mit «freisprechenden Endentscheiden» abgeschlossen, wegen Verjährung und «widersprüchlicher Erkenntnisse». Die Behörden verweisen auf zeitliche Unstimmigkeiten bei der Identifikation des Beschuldigten. Kelly G. erklärt diese mit verdrängten Erinnerungen, hält jedoch an ihren Aussagen fest.

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Matthias Benz, Janique Weder, NZZ am Sonntag, 07.06.2026

Das war nah an einer Versorgungskrise

Am Vormittag des 11. Februar 2026 erreicht die Bundesbehörden die Nachricht, dass ein Säugling in St. Gallen nach dem Konsum von Babymilch der Firma Danone gestorben ist – Verdacht auf den Giftstoff Cereulid. Dokumente, welche die Redaktion «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes einsehen konnte, zeigen das Protokoll der darauffolgenden Krisensitzung: Die Behörden drängten Danone zu einer vollständigen Analyse sämtlicher Produkte und drohten, andernfalls am Folgetag alle Babymilch sicherzustellen und die Bevölkerung zu informieren. Hätten sie diese Drohung wahr gemacht, wären die Regale in den Schweizer Supermärkten halb leer gewesen. Am nächsten Tag kam jedoch die Entwarnung. Zugleich wird sichtbar, dass Danone im Vergleich zu anderen Herstellern später reagierte und höhere Cereulid-Werte tolerierte.

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Thomas Schlittler, NZZ am Sonntag, 07.06.2026

Swissness-Profiteur drohte der Schweiz

Das Schweizerkreuz steht für Zuverlässigkeit, Präzision und Qualität und ermöglicht höhere Verkaufspreise. Dokumente, welche die Redaktion «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes erhalten hat, zeigen, wie der Schuhhersteller On mit massivem Druck eine Swissness-Lockerung erwirkte. Die Korrespondenz belegt, dass On mit Staatshaftung drohte, Beamte aus dem Dossier drängte und die Entfernung eines kritischen Interviews erzwang. In der Folge passte das Institut für Geistiges Eigentum seine Praxis so an, dass Produkte, die im Ausland produziert werden, wie die Schuhe von On, weiterhin mit einem Schweizerkreuz vermarktet werden können – jedoch nur zwischen den Begriffen «Swiss» und «Engineering» platziert.

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Boas Ruh, Elia Blülle, Republik, 06.06.2026

Wer bist du, Gianni?

Gianni Infantinos umstrittenes Friedensprojekt in Palästina wurde teilweise auch durch die Schweiz finanziert: Konkret zwei Mini-Fussballfelder im Westjordanland für 120’000 Franken. Dokumente, welche die Redaktion «Republik» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes erhalten hat, zeigen, wie sich die Fifa aktiv darum bemühte, Schweizer Gelder für das Projekt zu sichern. Trotz anfänglichem Widerstand im Aussendepartement, das ein «falsches Signal in der Öffentlichkeit» befürchtete, wurde der Beitrag bewilligt. Im Anhang des Vertrags finden sich KI-generierte Visualisierungen: Hochglanz-Fussballplätze inmitten von Bombenruinen, auf deren Banden der Fifa-Schriftzug mehrfach direkt neben dem Schweizer Kreuz platziert ist.

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Joan Meier, Weltwoche, 04.06.2026

Jetzt ganz offiziell: Die Stadt Zürich subventioniert islamischen Verband – obwohl er längst Steuergelder kassiert

Die Stadt Zürich unterstützt die Vereinigung der islamischen Organisationen (VIOZ) neu direkt mit 50 000 Franken pro Jahr über vier Jahre hinweg. Subventionslisten, welche die Redaktion «Weltwoche» gestützt auf das kantonale Öffentlichkeitsgesetz erhielt, zeigen, dass der Entscheid per Verfügung von Stadtpräsidentin Corine Mauch getroffen wurde. Die Beiträge sollen laut Präsidialdepartement unter anderem die Vernetzung mit städtischen Stellen, eine Meldestelle für antimuslimischen Rassismus sowie interreligiöse Projekte finanzieren. Zusätzlich erhält die VIOZ weitere Mittel aus dem Sicherheitsdepartement sowie Beiträge der reformierten Kirche, die ihrerseits ebenfalls staatliche Gelder erhält.

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