Amtlich tolerierte Umweltverschmutzung
Karin Bauer, SRF DOK, 14.12.2023
Der Schleppschlauch verringert Emissionen in der Landwirtschaft, indem die Gülle bodennah ausgebracht wird. Damit entweicht rund 30 Prozent weniger Ammoniak in die Luft als mit dem Breitverteiler, der die Gülle in alle Himmelsrichtungen verspritzt. 2006 forderten zehn kantonale Umweltämter, dass der Schleppschlauch obligatorisch wird. Das heisst: Bauern sollten nur noch Direktzahlungen bekommen, wenn sie mit dem Schleppschlauch güllen. Der Bundesrat wollte damals aber nichts von einem Zwang wissen. Ein Protokoll des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zeigt: Schon 2016 war klar, dass es ein Schleppschlauch-Obligatorium braucht. «SRF DOK» konnte das Papier durch das Öffentlichkeitsgesetz herausverlangen. «Die Freiwilligkeit als Prinzip kommt an ihre Grenze», heisst es. Die Pflicht kommt aber erst 2024, acht Jahre nach dieser Feststellung.




















