Vom Professor sexuell belästigt – von der Uni im Stich gelassen
Christof Schneider, SRF Kassensturz, 05.11.2024
Gegen zwei Professoren der Universität Basel bestehen schwerwiegende Vorwürfe der sexuellen Belästigungen von zwei Studentinnen. Zu einem Fall wurde ein Untersuchungsbericht erstellt. Diesen wollte die Universität Basel nicht herausgeben. Nach einem Urteil des Basler Appellationsgerichts hat die Universität Basel den Untersuchungsbericht nun dem SRF Kassensturz - anonymisiert - herausgegeben. Im Untersuchungsbericht heisst es, dass der Professor seine Stellung als Doktorvater ausgenutzt haben soll, um sie zu sexuellen Handlungen zu überreden. Die damalige Doktorandin brach ihr Studium ab. 2018 reichte sie Beschwerde gegen den Professor ein. Einsicht in die Akte erhielt sie damals keine. Der externe Bericht kommt zum Schluss, dass die sexuelle Belästigung nicht «zweifelsfrei» belegt werden könne, da es «keine Zeugen» gebe und «Aussage gegen Aussage» stehe. Ein Schock für Claudia Z.: «Während ich alles sehr detailliert beschrieben habe, hat er lediglich gesagt, dass er sich nicht erinnern kann. Das war ein Schlag ins Gesicht, da mir ganz klar gezeigt wurde, wessen Aussage höher gewichtet werden.» Die Uni verwarnt jedoch den Professor schriftlich mit einer Abmahnung: Er habe «mehrfach die notwendige Distanz verletzt». Sie droht ihm im Wiederholungsfall mit der Kündigung.
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