Warum der Schweizer Luftraum wirklich für 5 Stunden gesperrt war

Adrienne Fichter, Thomas Preusse, Republik, 08.11.2022

Im Juni 2022 war der Schweizer Luft­raum wegen einer technischen Panne für fünf Stunden komplett gesperrt. Nun zeigen Recherchen der «Republik»: Der Vorfall ist anders abgelaufen, als bisher medial dargestellt wurde. Diesen Schluss legen Gespräche mit Mitarbeitern des technischen Personals, Einblicke in interne Korrespondenz bei Sky­guide sowie der Zu­gang zu Prüf­berichten von Bundes­behörden via Öffentlichkeitsgesetz nahe. Der Netzwerk­computer musste, anders als bisher dargestellt, nicht ersetzt, sondern bloss neu gestartet werden. Ein Software-Update des Herstellers wurde zuvor nicht installiert. Bis zum erforderlichen Neustart verging viel Zeit, bei Skyguide fehlt es an befugtem Personal. Nicht nur fehlendes Wartungspersonal, sondern auch fehlende Datenflussüberwachung und Georedundanz (alle Server befinden sich in Dübendorf), sowie Lücken in der Regulierung (keine Vorgaben, wie viele Daten­zentren betrieben werden müssen) waren für die Panne verantwortlich. Der brisanteste Bericht der Eidgenössischen Finanz­kontrolle stammt vom Februar 2022, vier Monate vor dem Total­ausfall. Er bestätigt auch viele Kritik­punkte des Personals.

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