Prädikat «ungenügend»
Ladina Triaca, NZZ am Sonntag, 07.07.2024
Das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (Heks) engagiert sich für Menschen, denen es weniger gut geht. Auf seiner Website wirbt es damit, den Anliegen von Migranten und Geflüchteten in der Schweiz Gehör zu verschaffen. Es ist ein hehrer Anspruch, der den Spenderinnen und Spendern gefallen dürfte, dem das Hilfswerk aber nicht immer nachkommt. Der Bund hat die Mandate für die Rechtsvertretung von Asylsuchenden in den sechs Asylregionen neu verteilt – und einen überraschenden Entscheid gefällt. Das Heks verliert sein Mandat in der Nordwestschweiz. Für das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche ist das eine bittere Strafe. Es braucht einiges, damit der Bund einem Hilfswerk die Arbeit entzieht. Doch die Leistung des Heks in der Nordwestschweiz war ungenügend. Es hat Hunderte Asylsuchende nicht zu wichtigen Gesprächen begleitet – und selbst verletzliche Personen allein gelassen. Das zeigt ein E-Mail-Verkehr, den die «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erhalten hat.




















