Amtliche Selbstzensur

Priscilla Imboden, Balz Oertli, Republik, 11.06.2025

Das Bundesamt für Energie liess 2022 vom Forschungsbüro Infras eine Studie erarbeiten, um wissenschaftlich zu klären, wann sich der Umstieg von einem Verbrenner auf ein Elektroauto aus Klimasicht lohnt. Die Studie kam Ende 2024 zum klaren Schluss: In den meisten Fällen führt der sofortige Wechsel zu einem Elektroauto zu CO₂-Einsparungen. Trotzdem entschied das BFE, die Studie nicht zu publizieren. Als die Republik und das WAV-Recherchekollektiv gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz Einsicht verlangten, stellte das BFE die Studie zwar schliesslich zur Verfügung, distanzierte sich aber gleichzeitig von deren Ergebnissen. Aus den internen E-Mails, die aufgrund eines zweiten Gesuchs nach Öffentlichkeitsgesetz offengelegt wurden, geht hervor: Man fürchtete, die Studie könnte politisch heikel sein und von gewissen Kreisen als «elitäre Empfehlung» oder gar als «staatliche Umerziehung» ausgelegt werden. Die Akten zeigen zudem, wie das BFE mehrfach versuchte, die Herausgabe der Studie hinauszuzögern oder zu umgehen – etwa indem man diskutierte, den Bericht nachträglich als «unvollständig» zu deklarieren.

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