Les labels «bio» ne garantissent pas des pratiques réglos

Christian Brönnimann, Roland Gamp, Le Matin Dimanche, 31.07.2022

Wer in der Schweiz Bioprodukte herstellen oder vermarkten will, wird mindestens einmal im Jahr kontrolliert. In den letzten sechs Jahren stellten behördliche Kontrolleure bei Bauern, Lebensmittelproduzenten, Importeuren und Händlern jährlich im Schnitt gut 2600 Verstösse und Unregelmässigkeiten gegen die nationale Bioverordnung fest. Das zeigen Zahlen und Berichte, die die «Sonntagszeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte. Auch wenn es sich bei der Mehrheit der Beanstandungen um Bagatellen handelt, treffen die Kontrolleure auch auf gröbere Missstände. Insgesamt 50 Kontrollberichte aus den letzten beiden Jahren beschreiben die gravierenden Missstände: «Bio»-Kälber die den ganzen Winter über angebunden waren und viel zu wenig Auslauf bekamen, ungenügende Pflege und Fressmöglichkeiten, Einsatz von verbotenen Pestiziden und Verwendung von nicht biologischem Futter sind Beispiele. Die Quote von Beanstandungen bei Händlern und Verarbeitern ist sogar fünf- bis zehnmal höher als bei den Landwirten. Beispielsweise wurden Produkte als «Bio» vermarktet, die es eigentlich gar nicht sind.

Link zum Beitrag


Weitere Geschichten