Das illegale Geschäft mit den gespritzten Lippen
Valeria Mazzeo, Roland Gamp, Basler Zeitung, 05.11.2025
Viele Personen wünschen sich durch den Einsatz von sogenannten Hyaluron-Fillern vollere Lippen. Ein Bericht von Swissmedic zeigt jedoch, dass es in Studios, die solche Behandlungen anbieten, oft zu Mängeln kommt. Filler, die länger als 30 Tage im Körper bleiben, dürfen nur von Ärztinnen und Ärzten oder von diplomiertem Pflegepersonal mit entsprechender Weiterbildung unter ärztlicher Aufsicht verabreicht werden. Viele Anbieter halten sich aber nicht daran. Bei risikobasierten Kontrollen von 57 Kliniken, Praxen und Kosmetikstudios stellte sich heraus, dass mehr als jeder zweite Anbieter ohne nötige Qualifikation spritzte – also illegal. Gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip konnte Tamedia in mehreren Kantonen Einsicht in Inspektionsberichte nehmen. Diese zeigen, dass ungeschulte Personen behandeln, Produkte teilweise falsch gelagert oder nicht zugelassen sind und die vorgeschriebene ärztliche Aufsicht häufig fehlt. In Basel wurden rund 150 Packungen beschlagnahmt, in Zürich gab es Termine für Lippenbehandlungen ohne anwesenden Arzt. Nur ein einziges von acht kontrollierten Studios erfüllte die Lageranforderungen. Die Unterlagen machen deutlich, dass mehr als die Hälfte der Anbieter gegen Vorschriften verstösst und damit die Gesundheit der Kundinnen gefährdet.




















