War das Unglück verhinderbar? Jetzt wird untersucht

Stefanie Hablützel, Beobachter, 07.12.2021

Am 23. August 2017 kam es zum grössten Bergsturz in Graubünden seit Jahrzehnten, der acht Menschenleben forderte. Die Bündner Staatsanwaltschaft kam zum Schluss: Der Bergsturz im Bergell sei nicht vorhersehbar gewesen und die Behörden könnten für den Tod von acht Alpinisten nicht verantwortlich gemacht werden. Vier Jahre nach dem Bergsturz von Bondo soll nun ein unabhängiges Gutachten die Frage klären, ob der Tod von acht Menschen hätte verhindert werden können. Wie gefährlich die Lage damals war, zeigen nun auch Mails der ETH Zürich, die der «Beobachter» gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip herausforderte. Zwei Wochen vor dem Bergsturz gab ein ETH-Geologe dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) einen Hinweis und warnte einen vom Kanton beauftragten Geologen vor einem möglichen, seismisch sichtbaren Bergsturz in naher Zukunft. Dieser warnte wiederum die Behörden: Das Bondasca-Tal sollte vorläufig nicht mehr betreten und der Berg rund um die Uhr überwacht werden. Im Kanton entschied man anders. Die Wanderer sollten lediglich nochmals auf die Gefahrensituation «explizit» aufmerksam gemacht werden. Der Gemeinde Bregaglia wurde empfohlen das Tal offen zu lassen.

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