Reisebericht: «Wolfsjagd war reine Vergnügungsreise»
Marina Brassel, SRF Regionaljournal, 18.04.2024
Die Reise eines St. Galler Amtsleiters und eines St. Galler Wildhüters gibt zu reden. Sie haben zusammen an einer organisierten Wolfsjagd in Russland teilgenommen. Regierungsrat Beat Tinner hatte ihnen dafür je fünf Arbeitstage bewilligt. Die Reise haben sie selbst bezahlt. SRF liegt jetzt der beim zuständigen Departement eingeforderte Bericht zur Reise vor. Der elfseitige Bericht zeigt, wohin die Reise führte: nach Udmurtien, 1000 Kilometer östlich des Urals. Der Amtsleiter und der Wildhüter haben auf ihrer Reise vier Wölfe erlegt. Ein Bild der vier toten Tiere ist ebenfalls Teil ihres Berichts. Die Felle der Wölfe seien in Russland geblieben, hatte Regierungsrat Tinner im März erklärt. Im Bericht steht dazu nichts. Gerke von der Gruppe Wolf Schweiz kritisiert den Bericht wegen mangelnder wissenschaftlicher Qualität. Laut ihm und weiteren anonymen Experten fehlen klare Fragestellungen, Angaben zur Effizienz, dem Zustand der Wölfe sowie Gesprächsprotokolle. Wissenschaftler seien nicht einbezogen worden. Die Reise nach Russland sei unnötig gewesen, da es sich bei den Jagden in diesem Gebiet nicht um Regulierungs-, sondern um Trophäenjagden handle.




















