Gift aus dem Beatmungsgerät

Otto Hostettler, Beobachter, 18.01.2024

Viele unter Schlafapnoe leidende Menschen nutzen in der Nacht ein Beatmungsgerät – sie schnarchen nicht mehr, die Atemaussetzer fallen weg. Tagsüber sind sie wach und fit. Für weltweit rund 5.6 Millionen solcher Geräte hat der Marktführer Philips im Sommer 2021 eine «dringende Sicherheitswarnung» herausgegeben. Bei mehreren Geräten, die vor 2021 hergestellt wurden, gab es gleich zwei Probleme. Zum einen zersetzte sich der lärmdämpfende Schaumstoff am Lufteinlass; Partikel davon können über Schlauch und Atemmaske in die Lunge der Patientinnen und Patienten gelangen. Zum anderen können bestimmte Geräte eine potenziell gesundheitsgefährdende Chemikalie freisetzen, sogenannte VOC (flüchtige organische Verbindungen). Jetzt zeigen neue Recherchen: Philips wusste bereits Jahre vor dem Rückruf, dass sich der Schaumstoff zersetzt. Intern lagen detaillierte Informationen vor, dass durch das Gerät womöglich potenziell giftige Stoffe eingeatmet werden. Die Rückrufaktion selber lief unter fragwürdigen Umständen und grosser Verzögerung ab. Das belegen Dokumente von Swissmedic, die der «Beobachter» dank dem Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte.

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