Wie die Stickerei-Industrie junge Frauen ausnutzte

Yves Demuth, Beobachter, 26.04.2022

Die wirtschaftliche Ausbeutung von Heimkindern zugunsten der Industrie in der Nachkriegszeit kam häufiger vor als bisher bekannt: Eine Datenbank des Bundesarchivs, in welche  der «Beobachter» per Öffentlichkeitsgesetz Einsicht verlangte, nennt die Namen der Fabrikheime, in welchen Kinder Zwangsarbeit verrichten mussten. So etwa das Marienheim in Bettlach SO. Die Recherche beschäftigt sich mit den Ereignissen im Fabrikheim in Walzenhausen AR ab den Fünfzigerjahren. Dort waren 2000 Mädchen interniert und mussten für umliegende Betriebe Zwangsarbeit verrichten. Die Firmen haben von den billigen Arbeitskräften profitiert. Mit Zeitdokumenten und zahlreichen Gesprächen mit Zeugen und Zeuginnen wird die Zusammenarbeit zwischen den Fürsorgebehörden und der Schweizer Industrie beleuchtet. Richtig aufgearbeitet wurde die Ausbeutung der Frauen von Walzenhausen bis heute nicht – die Behörden schauten Jahrzehnte lang weg.

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