Unter Verschluss, teuer, verspätet
Malte Seiwerth, Balz Oertli, Sonntagsblick, 03.05.2026
110 Euro pro Dose zahlte der Bund 2022 für den Mpox-Impfstoff Jynneos des dänischen Herstellers Bavarian Nordic, 11 Millionen Euro insgesamt. Fast doppelt so viel wie der Preis, den die Uno für denselben Impfstoff bezahlte. Das zeigen Dokumente, welche die Redaktion «SonntagsBlick» und das «WAV-Recherchekollektiv» dank des Öffentlichkeitsgesetzes erhielten. Mpox ist eine sexuell übertragbare Pockenerkrankung, die 2022 die Schwulen-Community traf. Die Unterlagen offenbaren, dass sich die Impfstoffbeschaffung verzögerte und der Konzern die «Gunst der Stunde» für eine Preiserhöhung nutzte. Bis die Redaktionen zu den Akten kamen, vergingen jedoch insgesamt drei Jahre. Das BAG wäre bereit gewesen, die Zahlen offenzulegen, doch Bavarian Nordic wehrte sich erfolglos bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Das öffentliche Interesse überwiegt in diesem Fall – ein Entscheid, der in der Folge auch zur Offenlegung der Covid-Impfstoffverträge führte.
Link zum Beitrag Download befreites Dokument




















