Leere Kassen in St-Gingolph

Matthias Sander, NZZ, 22.01.2025

In der Gemeinde St-Gingolph lief in der Politik und Verwaltung über Jahre hinweg einiges schief. Ein Bericht der Walliser Finanzkontrolle, den die NZZ dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes einsehen konnte, zeigt gravierende Missstände auf: Die Gemeinde stellte viele Steuerrechnungen gar nicht aus, verschickte keine Mahnungen und leitete keine Betreibungen ein. Dadurch häuften sich bis September ausstehende Steuerforderungen von rund 1,5 Millionen Franken an – eine enorme Summe, die etwa einem Drittel ihres Budgets entspricht. Die Finanzkontrolle stellte fest, dass es St-Gingolph an liquiden Mitteln mangelt. Dennoch konnte die Gemeinde offenbar mehrere Monate ohne Steuereinnahmen überbrücken, vermutlich durch das Anzapfen von Reserven.

Die Ursachen für dieses Steuerchaos sieht die Finanzkontrolle in zwei Punkten: erstens die häufigen Wechsel des Gemeindekassiers, der jeweils weitgehend auf sich allein gestellt war, und zweitens die fehlende interne Kontrolle in der kleinen Verwaltung. Solche Zustände seien im Wallis jedoch eine Ausnahme, betont die Finanzkontrolle.

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