Migrationsamt des Grauens

Lino Schaeren, Sonntagsblick, 28.01.2024

Korruptionsvorwürfe beschäftigen die Verwaltung von Biel (BE): Die Stadt hat zwei Mitarbeiter des städtischen Patrouillendienstes SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) wegen Bestechlichkeit angezeigt, wie sie vergangene Woche bekannt gegeben hat. Ein Mitarbeiter soll einer Migrantin Papiere im Tausch gegen sexuelle Dienstleistungen versprochen haben – worauf die Frau jedoch nicht eingegangen ist. In einem zweiten Fall soll ein Beamter von einer Migrantin Geld verlangt haben für das Versprechen, schnell und unkompliziert an eine Aufenthaltsbewilligung zu kommen. Die mutmasslichen Straftaten liegen bereits einige Zeit zurück, wurden der Stadt aber erst im letzten November gemeldet. Dokumente, die «Sonntagsblick» gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip vorliegen, zeigen, wie prekär die Zustände auf dem Einwohneramt bereits 2015 waren. Zum Beispiel legte ein umfassender Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte 2016 dar, dass der Migrationsdienst zu wenig Personal hatte, um die Aufgaben zu erfüllen. Die Prozesse seien zu kompliziert, die Digitalisierung ungenügend. Bis 2020 sollten mit einer Reorganisation die Rückstände aufgeholt, die Wartezeiten normalisiert und die digitale Transformation abgeschlossen sein.

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