Schaffhausen
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Schaffhausen kennt kein eigenes Öffentlichkeitsgesetz, sondern setzt das Öffentlichkeitsprinzip ausserordentlich schlank im Gesetz über die Organisation der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit (OG) um. – Viele Details, die in anderen Kantonen klar geregelt sind, lässt das OG offen. Das Öffentlichkeitsprinzip wird nur selten angerufen; im kleinen Kanton werden die meisten Anliegen laut Auskunft der Staatskanzlei informell erledigt.

Das Öffentlichkeitsprinzip im Kanton Schaffhausen

VerfassungartikelArt. 47 Abs. 3 Kantonsverfassung Gesetzestext
Gesetz in Kraft seitSchaffhausen kennt kein eigenes Öffentlichkeitsgesetz, sondern regelt den Zugang zu den Dokumenten in den Artikeln 8 bis 8 b) des Organisati­onsgesetze­s. Die entsprechenden Artikel sind seit dem 1. September 2004 inkraft.
LinksGesetz.
Kantonaler ÖffentlichkeitsbeauftragterKeiner

Für Anfragen zum Öffentlichkeitsprinzip ist die Staatskanzlei zuständig.
Christian Ritzmann, stv. Staatsschreiber
Beckenstube 7
8200 Schaffhausen
Tel. 052 632 73 61
E-Mail christian.­ritzmann@k­tsh.ch
Website www.sh.ch/­Informatio­nsdienst.2­80.0.html

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Fragen und Antworten zum Kanton Schaffhausen

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Transparenz-Geschichten aus dem Kanton Schaffhausen

Sharon Saameli, Schaffhauser AZ, 29.01.2026

Bitte nicht ärgern!

In Schaffhausen geht es um die Frage, ob die Finanzkontrolle (Fiko) genügend Personal hat, um ihre gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen. Die Fiko prüft die Jahresrechnungen von Stadt und Kanton sowie einzelne Verwaltungsstellen und soll sicherstellen, dass Steuergelder korrekt und gesetzeskonform eingesetzt werden. Während der Kanton zusätzliche Stellen bewilligte, lehnte der Grosse Stadtrat eine personelle Aufstockung für die städtische Fiko ab – obwohl die externe Prüffirma PwC davor warnte, dass ohne Ausbau die Gefahr bestehe, dass die Fiko ihre gesetzlichen Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen könne. Um die tatsächliche Situation zu klären, stellte die «Schaffhauser AZ» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz ein Einsichtsgesuch. Sie verlangte die Tätigkeitsberichte und Revisionsprogramme der Fiko auf städtischer und kantonaler Ebene sowie die PwC-Berichte seit 2020. Herausgegeben wurden die Tätigkeitsberichte und Revisionsprogramme. Diese zeigen deutlich, dass sich in den vergangenen Jahren ein erheblicher Pendenzenberg aufgebaut hat und zahlreiche geplante Prüfungen nicht durchgeführt werden konnten. Die PwC-Berichte hingegen wurden der Zeitung nicht ausgehändigt.

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Marlon Rusch, Schaffhauser AZ, 15.02.2024

Das Vertrauen wurde unwiderruflich zerstört

Erstmals zeigen Akten, welche der Regierungsrat geheimhalten wollte, wieso der Schaffhauser Polizeikommandant Kurt Blöchlinger konkret entlassen wurde. Dass es heute, über fünf Jahre später, trotz einer Verschwiegenheitserklärung möglich ist, nachzuvollziehen, warum Blöchlinger genau entlassen wurde, ist das Resultat eines langen Rechtsstreits. Robin Blanck, der Chefredaktor der «Schaffhauser Nachrichten», verlangte gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip Einsicht in die Trennungsvereinbarung und sämtliche Anhänge. Einige Punkte sind für sich gesehen wenig gravierend. So habe der Kommandant etwa bei heiklen Einsätzen eigenhändig Entscheide gefällt, nutzte sein Geschäftsauto regelmässig für Privatfahrten und rechnete unnötige Übernachtungen und Essen in Vier-Sterne-Hotels ab. Im Regierungsratsbeschluss finden sich auch durchaus gravierendere Verfehlungen wie wiederholte Amtspflichtverletzungen, Täuschung politischer Behörden und Einschüchterungen von Mitarbeitenden.

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Simon Muster, Luca Miozzari, Schaffhauser AZ, 02.11.2023

Wilde Wendemanöver

Schaffhausen stimmt über ein Megaprojekt ab – die Sanierung und Entwicklung des Hallenbads KSS Schaffhausen. Protokolle der städtischen Baufachkomission, die die «Schaffhauser AZ» gestützt auf das Öffentlichkeitsprinzip einsehen konnte, zeigen: Der KSS-Neubau umkurvt jegliche Opposition und stellenweise auch die Realität. Der Blick hinter die ansonsten verschlossene Tür des Sitzungszimmers zeigt, wie aus einer Sanierung der KSS für 28 Millionen Franken ein 80-Millionen-Neubau wurde. Und wie es die Projektverantwortlichen geschafft haben, jeglichen politischen Widerspruch zu umgehen. Ein Lehrstück der Realpolitik in drei Kehrtwenden.

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Zeno Geisseler, Schaffhauser Nachrichten, 21.04.2021

Was ist mit dem mysteriösen Kredit passiert?

Aufträge, die nicht ordnungsgemäss ausgeschrieben wurden, eine fehlende Geldflussrechnung und ein Darlehen in Millionenhöhe, bei dem etwas nicht stimmt: In der Buchhaltung der KSD, dem Informatikunternehmen von Kanton und Stadt Schaffhausen, ist der Wurm drin. Zudem habe die KSD einen Gewinn verbucht, obwohl das Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen habe. Die «Schaffhauser Nachrichten» haben dank dem Öffentlichkeitsprinzip in einen brisanten Bericht der Finanzkontrolle von Stadt und Kanton Schaffhausen (Fiko) Einsicht erhalten. Resultat: Die Fiko hat ihr Testat verweigert. «Die Jahresrechnung entspricht nicht den gesetzlichen Grundlagen», schreibt die Behörde.

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Jimmy Sauter, Romina Loliva, Schaffhauser AZ, 22.08.2019

Überführt

Der ehemalige Schaffhauser Polizeikommandant Kurt Blöchlinger und die Alt-Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel haben laut «Schaffhauser AZ» eine Million Franken ohne rechtliche Grundlagen ausgegeben. So steht es in einem Bericht der Finanzkontrolle, den die Zeitung mit dem Öffentlichkeitsgesetz losgeeist hat.

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Blog-Beiträge zum Kanton Schaffhausen

19. Juni 2025Öffentlichkeitsgesetz.ch geht jetzt in die Ostschweiz
11. Januar 2023Jetzt muss die Schaffhauser Regierung Akten offenlegen
14. Februar 2020Parlamentskommission will keine Gebühren-Hürden mehr
16. September 2018Schaffhausen entscheidet über Transparenzabbau
23. Februar 2018Das «Haus der Kantone» denkt über mehr Transparenz nach