Aargau
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Seit 2008 gilt das Öffentlichkeitsprinzip im Kanton Aargau in Verfassung und Gesetz. Das Gesetz regelt die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen (IDAG). Der Aktenzugang ist bereits ab einem geringen Aufwand kostenpflichtig. Angefertigte Kopien müssen bezahlt werden. 

Gesetz über die Information der Öffentlichkeit, den Datenschutz und das Archivwesen des Kantons Aargau (IDAG) vom 24. Oktober 2006

VerfassungsartikelArt. 72 Abs. 1 Kantonsverfassung Gesetzestext
Gesetz in Kraft seit1. Juli 2008
LinksGesetz
Verordnung
Leitfaden
Kantonale ÖffentlichkeitsbeauftragteBeauftragte für Öffentlichkeit und Datenschutz
Katrin Gisler
Bahnhofplatz 13
5201 Brugg
Tel. 062 835 45 60

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Transparenz-Geschichten aus dem Kanton Aargau

Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 23.01.2026

Aufnahmestopp für Pflegeheim war ein Fehler

Im April 2024 verfügte das Aargauer Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) erstmals einen sofortigen Aufnahmestopp für ein Pflegeheim. Grundlage waren fünf administrative Mängel, die bei einem Audit festgestellt wurden. Auslöser waren bereits Beschwerden aus dem Jahr 2023, unter anderem zur Personalführung und Organisation. Wie die «Aargauer Zeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz berichtet, erwies sich die Verfügung später als fehlerhaft: Der Regierungsrat hiess eine Beschwerde des Pflegeheims gut und hob den Aufnahmestopp wieder auf. Dem Pflegeheim entgingen dadurch Einnahmen von über 150'000 Franken.

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Marc Ribolla, Mark Walther, Aargauer Zeitung, 16.12.2025

Das sind die Freiämter Blitzer-Hotspots

Die «Aargauer Zeitung» hat gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Daten der mobilen und semistationären Geschwindigkeitskontrollen der Regionalpolizei Wohlen und Muri sowie der semistationären der Regionalpolizei Bremgarten des Jahres 2024 erhalten und ausgewertet. Dabei zeigen sich Blitzer-Hotspots in der Region und einige weitere interessante Fakten. 5290 Mal schnappte die Geschwindigkeitskontrolle der Regionalpolizei Wohlen im vergangenen Jahr zu. Hinter Wohlen folgen praktisch gleichauf Fischbach-Göslikon (3688 Übertretungen) und Villmergen (3683 Übertretungen).

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Marc Ribolla, Aargauer Zeitung, 03.07.2025

Zwischen 43 und 4210 Überstunden

Die Aargauer Zeitung hat bei den 41 Freiämter Gemeindeverwaltungen nach dem Stand der Überstunden per Ende 2024 gefragt. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus: Rund ein Drittel der Gemeinden gab bereitwillig detaillierte Zahlen bekannt, teils sogar nach Abteilungen aufgeschlüsselt. Ein weiteres Drittel antwortete zwar, verweigerte aber konkrete Angaben mit dem Hinweis auf Datenschutz oder erklärte lediglich, es bestehe keine Problematik mit Überstunden. Das restliche Drittel reagierte trotz zweimaliger Nachfrage und Verweis auf das kantonale Öffentlichkeitsprinzip überhaupt nicht.

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Matthias Niederberger, Zofinger Tagblatt, 09.04.2025

Martina Birchers Erbe

Die Stadt Aarburg hatte vor einigen Jahren noch eine der höchsten Sozialhilfequoten im Kanton Aargau. Unter der Leitung der damaligen SVP-Stadträtin Martina Bircher wurden deshalb gezielt Massnahmen zur Senkung der Quote eingeführt. Seither ist die Sozialhilfequote markant gesunken. Es wurde teils vermutet, der Rückgang sei vor allem auf Wegzüge von Sozialhilfebeziehenden zurückzuführen. Doch Dokumente, die gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz eingesehen werden konnten, zeigen: Die Zahl der Wegzüge blieb über die Jahre relativ stabil und lässt keinen klaren Trend erkennen. Die Stadt erklärt die sinkende Quote mit strengeren, aber gezielten Massnahmen – wie etwa Arbeitsintegration, Einzel- und Gruppenberatungen oder enger persönlicher Begleitung. Ein gezielter Wegzug wegen härterer Bedingungen oder gar eine Verdrängung lassen sich anhand der Zahlen nicht belegen.

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Dennis Kalt, Aargauer Zeitung, 01.04.2025

Stadt bezichtigt Kanton der Abwerbung

Dokumente, die die «Aargauer Zeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte, zeigen Spannungen zwischen der Stadt Rheinfelden und dem Innendepartement des Kantons Aargau. Im Zentrum steht die Personalproblematik der Regionalpolizei unteres Fricktal. Brisant ist ein Fall, in dem ein Polizeiaspirant, der noch keinen Dienst geleistet hatte, von der Kantonspolizei übernommen wurde. Die Stadt wertet dies als Abwerbung und als besonders stossend, da die Kantonspolizei über die angespannte Personalsituation informiert war. Regierungsrat Dieter Egli weiste den Vorwurf zurück und betonte, dass sich der Aspirant aktiv beworben habe. Mittlerweile hat sich die Lage bei der Regionalpolizei unteres Fricktal etwas entschärft, wohl nicht zuletzt, weil Lohnerhöhungen erfolgten.

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Philipp Zimmermann, Schweiz am Wochenende, 15.02.2025

Eine halbe Million für die Staatskarossen

Der Aargauer Regierungsrat, die Staatsschreiberin und das Grossratspräsidium verfügen über fünf Dienstfahrzeuge: vier Mercedes-Benz S-Klassen  und einen Tesla Model X. Diese werden von Chauffeuren gefahren. Mitte Januar berichtete die AZ über den Fuhrpark, nachdem Regierungsrätin Martina Bircher nach einem Velounfall auf einen Chauffeur angewiesen war. Der Kanton verweigerte zunächst die Offenlegung der Kaufpreise. Erst auf Anfrage der AZ gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz wurden die Zahlen publik: Die fünf Fahrzeuge kosteten insgesamt 519’090 Franken und wurden zwischen 2018 und 2020 angeschafft. Die teuerste Anschaffung war mit 126'290 Franken der Tesla.

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Matthias Niederberger, Badener Tagblatt, 02.10.2024

So viel verdienen Ärzte in Baden

Das Kantonsspital Baden macht erstmals, auch wenn nicht ganz freiwillig, Kaderarztlöhne transparent. Nachdem das Kantonsspital Baden die Veröffentlichung verweigerte, wandte sich die «Aargauer Zeitung» an die Beauftragte für Öffentlichkeit und Datenschutz des Kantons Aargau. Das Kantonsspital Baden verweigerte den Zugang kommt der Forderung jetzt teilweise nach. Acht Kaderärzte verdienen zwischen 500 000 und 600 000 Franken, sieben zwischen 400 000 und 500 000 Franken, fünfzig zwischen 300 000 und 400 000 Franken und fünfzehn zwischen 200 000 und 300 000 Franken. Die Höchstvergütung liegt bei 581 760 Franken. Diese Daten gehen laut KSB aus der Lohnstatistik hervor, welche der Verwaltungsrat kürzlich dem Eigentümer – also dem Kanton – präsentiert hat. Das Spital schreibt: «Aus Gründen der Transparenz machen wir diese öffentlich.» Doch der Weg dorthin war lange und steinig.

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Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 29.06.2024

Steigende Wohnkosten setzen die Ärmsten unter Druck

Steigende Wohnkosten setzen Sozialhilfebeziehende unter Druck. Zugangsgesuche mit den Öffentlichkeitsgesetzen in 552 Gemeinden zeigen, welche Kantone das Problem besser im Griff haben – und welche schlechter. In Zusammenarbeit mit dem investigativen Recherche-Team Reflekt wurden in allen Gemeinden in den Kantonen Zürich, Aargau, Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt ein Zugangsgesuch gestützt auf das kantonalen Öffentlichkeitsgesetze gestellt. Die Gemeinden waren aufgefordert, die geltenden Mietzins-Richtlinien der Sozialhilfe offenzulegen. Zudem wurde nach dem Datum der letzten Richtlinien-Anpassung gefragt. Dies stellt die grösste von Medien initiierte Anfrage-Serie dieser Art in der Schweiz dar. Das Projekt entstand im Rahmen des Regionen-Projekts von Öffentlichkeitsgesetz.ch und in Kooperation mit den Redaktionen von «Der Landbote», «Tages-Anzeiger» «Limmattaler Zeitung» «Aargauer Zeitung», «Solothurner Zeitung» und «bz – Zeitung für die Region Basel».

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David Egger, Limmattaler Zeitung, 29.06.2024

«Es ist prekärer geworden»

Steigende Wohnkosten setzen Sozialhilfebeziehende unter Druck. Zugangsgesuche mit den Öffentlichkeitsgesetzen in 552 Gemeinden zeigen, welche Kantone das Problem besser im Griff haben – und welche schlechter. In Zusammenarbeit mit dem investigativen Recherche-Team Reflekt wurden in allen Gemeinden in den Kantonen Zürich, Aargau, Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt ein Zugangsgesuch gestützt auf das kantonalen Öffentlichkeitsgesetze gestellt. Die Gemeinden waren aufgefordert, die geltenden Mietzins-Richtlinien der Sozialhilfe offenzulegen. Zudem wurde nach dem Datum der letzten Richtlinien-Anpassung gefragt. Dies stellt die grösste von Medien initiierte Anfrage-Serie dieser Art in der Schweiz dar. Das Projekt entstand im Rahmen des Regionen-Projekts von Öffentlichkeitsgesetz.ch und in Kooperation mit den Redaktionen von «Der Landbote», «Tages-Anzeiger» «Limmattaler Zeitung» «Aargauer Zeitung», «Solothurner Zeitung» und «bz – Zeitung für die Region Basel».

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Nadja Rohner, Aargauer Zeitung, 23.12.2023

Das Fazit zum Weihnachtsmarkt

Ob einem der Aarauer Weihnachtsmarkt nun gefallen hat oder nicht: Er hat seit dem 17. November, im Falle der Eisbahn seit dem 1. November 2023, das Bild der Altstadt geprägt und für enorm viel Gesprächsstoff sowie politische Vorstösse gesorgt. Deshalb hat die «Aargauer Zeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz von der Stadt den «Weihnachtsmarkt-Vertrag» zwischen der Stadt und der «Stadtchend AG» erhalten. Er regelt die Durchführung des diesjährigen Marktes und drei weiterer Weihnachtsmärkte (bis 2026); es besteht die Möglichkeit einer Verlängerung um fünf Jahre. Im Vertrag ist unter anderem festgehalten, an welchen Standorten der Markt stattfinden darf: Schlossplatz und Schlosspark, Zwischen den Toren und Markthalle/Färberhöfli, Kirchplatz/Kirchgasse, Kasinopark, Graben und Maienzug-/Pétanque-Platz. Es darf ausserdem der Wochenmarkt am Graben beeinträchtigt werden und abends zu keiner Lärmentwicklung kommen.

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Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 30.09.2023

Rüffel wegen Überwachungskameras

Die Stadt Baden betreibt rund 300 Überwachungskameras. Von der kantonalen Stelle für Öffentlichkeit und Datenschutz erhielt sie zwar für alle eine Bewilligung. Doch die Stadt erfüllt nicht alle Vorgaben. Die «Aargauer Zeitung» hat den Untersuchungsbericht der Beauftragten für Datenschutz und Öffentlichkeit in Aargau gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz von der Stadt Baden erhalten: Baden hat vier Überwachungskameras beim Limmatsteg in Ennetbaden ohne «gesetzliche Kompetenz» betrieben, heisst es. Im Zuge der Installation der Kameras an der Schlossbergpassage wurde die Öffentlichkeit oder die Datenschützerin nicht ordnungsgemäss informiert. Auch fehlende Hinweistafeln zu Überwachungskameras wurden bemängelt.

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Renato Beck, WOZ, 17.08.2023

Selber Feuer gelegt

In Windisch (AG) zeigte sich, wie explosiv die Asyldebatte sein kann, wenn Behörden Fehler machen: Im Februar 2023 wurde publik, dass die Bewohnenden dreier Häuser ihre Wohnungen verlassen müssen, um Platz für Geflüchtete zu schaffen. Nach dem medialen Aufschrei verspricht der Kanton Anfang März, eine neutrale Anlaufstelle für die Mieterinnen und Mieter zu schaffen und beauftragt ein Anwaltsbüro damit. Die Anwälte und Anwältinnen belieferten den Kanton jedoch laufend mit Berichten und Handlungsempfehlungen, zeigten sich gegenüber den Bewohnenden ungenügend hilfsbereit. Die «WOZ» hat nach langem Prozedere, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, Zugang zu Akten des Kantons erhalten, anhand derer sich mit weiteren Recherchen nachzeichnen lässt, wie es zu diesem Schlamassel gekommen ist. Aufgezeigt werden kann, wie sich der Sozialdienst des Kantons Aargau (KSD) mit beachtlicher Rücksichtslosigkeit die Liegenschaft sicherte. Und entgegen öffentlich gemachter Aussagen genau wusste, was die Folgen der Umnutzung sind.

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Philipp Zimmermann, Schweiz am Wochenende, 08.07.2023

Blitzer steht halbes Jahr in Garage

Die semistationäre Radaranlage (Semista) der Regionalpolizei Zurzibiet (Repol) kostete 255 000 Franken. Erstmals wurde sie im November 2020 eingesetzt, angeschafft wurde sie auf Drängen der Zurzibieter Vertragsgemeinden. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz hat die «Schweiz am Wochenende» die Auswertung der Repol für 2022 erhalten. Diese zeigt: Die Standorte sind teilweise Temposünder-Hotspots und die Einnahmen belaufen sich auf 700.000 Franken. Die höchste Temposünder-Quote weist eine Kontrolle an der Koblenzerstrasse in Klingnau aus. Sie befindet sich in der Tempo-30-Zone. Den höchsten Bussenertrag mit brutto 636 Franken pro Stunde weist die Kontrolle an der Zurzibergstrasse in Tegerfelden aus. In der Summe kam der Blitzer 129 Tage zum Einsatz. Die Batterie der Anlage reicht drei bis acht Tage.

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Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 27.06.2023

Gesucht: Feuerwehr-Kommandant

Die Feuerwehr Neuenhof (AG) verfügt derzeit über keinen Kommandanten. Marcel Gerny hatte das Amt nach zweieinhalb Jahren auf Ende März abgegeben. Die Feuerwehr soll nach dem Rücktritt in eine Krise geschlittert sein. Feuerwehrleute geben Gemeinderätin Petra Kuster Gerny, die für die Feuerwehr zuständig und Stiefmutter von Marcel Gerny ist, eine Mitschuld an dessen Rücktritt. Sie soll die Führung kritisiert und die Autorität ihres Stiefsohns untergraben haben. Die «Aargauer Zeitung» hat gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Petition, die Antwort des Gemeinderats und das Rücktrittsschreiben von Marcel Gerny vom 29. November 2022 von der Gemeinde erhalten. Es zeigt sich: Zu allfälligen Unstimmigkeiten mit dem Gemeinderat äussert sich Gerny darin nicht.

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Philipp Zimmermann, Aargauer Zeitung, 20.06.2023

War Baubewilligung nicht rechtmässig?

War die Baubewilligung für das Bird-Life-Naturzentrum im Schutzgebiet des Klingnauer Stausees nicht rechtmässig? Bei der Realisierung des Naturzentrums ist es zu einem grösseren Neubau und zu grösseren Terrainveränderungen im Dekretgebiet gekommen. Die «Aargauer Zeitung» hat, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, die Baubewilligung und den Vorentscheid samt Zustimmung des Kantons eingesehen. In diesen Unterlagen wird auf die eigens geschaffene Spezialzone Aarelandschaft verwiesen. Doch die Vorschriften eines Schutzdekrets gelten als kantonaler Nutzungsplan und gehen den kommunalen Nutzungsplänen vor. Ein Hinweis zum Dekret des Klingnauer Stausees findet sich nicht.

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Blog-Beiträge zum Kanton Aargau

01. Dezember 2025Öffentlicher Druck wirkt: Labore werden transparenter
11. Oktober 2024Kantonsspitäler müssen bei Kaderlöhnen transparent sein
29. Juni 2024Gesuche um Zugang zu Mietlimiten in 552 Gemeinden
27. Oktober 2023Öffentlichkeitsgesetz.ch jetzt auch in der Nordwestschweiz
30. März 2023Jetzt machen wir uns für die Regionen stark!