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Als einer der letzten Schweizer Kantone führte Zug im Mai 2014 das Öffentlichkeitsprinzip ein. Ein Schlichtungsverfahren kennt der Kanton nicht. Weiter als alle anderen Kantone ausser Solothurn geht Zug, indem es auch die Protokolle des Regierungsrats zugänglich macht.

Gesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz) des Kantons Zug vom 20. Februar 2014

VerfassungsartikelDas Öffentlichkeitsprinzip geniesst im Kanton Zug nicht Verfassungsrang.
Gesetz in Kraft seit10. Mai 2014
LinksGesetz
Es existiert keine Verordnung.
Kantonaler ÖffentlichkeitsbeauftragterDas Gesetz sieht keinen Öffentlichkeitsbeauftragten vor, doch hat die Staatskanzlei eine Fachstelle eingerichtet. Sie berät, verfügt aber über keine Entscheidkompetenz.

Fachstelle Öffentlichkeitsprinzip der Staatskanzlei
Peter Giss
Seestrasse 2
6301 Zug
Tel.: 041 728 31 41
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Antrag im Kanton Zug stellen


Transparenz-Geschichten aus dem Kanton Zug

Konstantin Kreibich, Christian Hug, Zentralplus, 28.03.2026

Zuger Regierung verliert – und zensiert alles über Beat Villiger

Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz konnte «Zentralplus» das Protokoll der ausserordentlichen Regierungsratssitzung von Ende September 2022 einsehen. Daraus geht hervor, dass die Zuger Regierung noch vor Beat Villigers Rücktritt intern über seine «Amtsunfähigkeit» beriet. Im Weiteren ist auch ersichtlich, dass davon ausgegangen wird, er werde seine Geschäfte vor Ende der Legislatur nicht mehr wieder aufnehmen. Deshalb beauftragt die Regierung seinen Stellvertreter Stephan Schleiss damit, die Geschäfte und Abläufe der Sicherheitsdirektion auf ihre Ordnungsmässigkeit zu überprüfen und allfällige Unregelmässigkeiten umgehend zu melden.

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Michelle Keller, Konstantin Kreibich, Zentralplus, 27.03.2026

Zuger Amtsblatt: Zehntausende Franken – ohne Ausschreibung

Im dritten Teil der Recherche über den Rücktritt von Ex-Regierungsrat Beat Villiger konnte «Zentralplus» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Regierungsratsprotokolle des Jahres 2022 einsehen. Daraus wurde ersichtlich, dass der Kanton Zug den Auftrag für das elektronische Amtsblatt freihändig an das Seco vergeben hatte, also ohne öffentliche Ausschreibung. Ebenfalls ging aus den Protokollen hervor, wie die Regierung dieses Vorgehen begründete, nämlich mit einer sogenannten Instate-Vergabe, weil das Seco sein Amtsblattportal bereits öffentlich ausgeschrieben hatte und andere Kantone sich diesem System anschliessen können sollten. Zudem wurden aus den Unterlagen die Kosten ersichtlich: rund 20’000 Franken für die Einrichtung sowie jährlich etwa 91’800 Franken für die Nutzung des Portals. Schliesslich war daraus auch ersichtlich, dass der Vertrag nicht befristet ist, aber mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr beendet werden kann.

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Konstantin Kreibich, Zentralplus, 26.03.2026

Zugs neues Prestigeobjekt - wird das Geld gerecht verteilt?

«Zentralplus» konnte im zweiten Teil der Recherche über den Rücktritt von Ex-Regierungsrat Beat Villiger gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz Protokolle des Zuger Regierungsrats aus dem Jahr 2022 einsehen. Diese zeigen, wie das neue Zuger Blockchain-Institut entstand, welche Rollen der Kanton Zug, die Universität Luzern und die Hochschule Luzern spielten und dass die Gespräche über Aufbau und Zusammenarbeit teils schwierig verliefen. Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass früh ein Modell mit einem Institut an der Universität Luzern und einer separaten Förderung der Hochschule Luzern festgelegt wurde – trotz Spannungen und offener Fragen bei den Schnittstellen. In Teilen bleiben zentrale Punkte wegen umfangreicher Schwärzungen unklar.

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Konstantin Kreibich, Zentralplus, 25.03.2026

Wie Zug zu Microsoft ging – und was die Regierung verschwieg

«Zentralplus» konnte im ersten Teil der Recherche über den Rücktritt von Ex-Regierungsrat Beat Villiger gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Regierungsratsprotokolle des Jahres 2022 einsehen, die das Medium bis vor Bundesgericht erstritten hatte. Konkret betraf dies in diesem Fall insbesondere die Protokolle jener Sitzungen, in denen die Einführung von Microsoft Teams beziehungsweise des UCC-Projekts behandelt wurde, namentlich die Beratungen vom 22. Februar 2022 und vom 29. März 2022. Aus diesen Protokollen konnte das Medium nachvollziehen, wie die Regierung die Risiken der Microsoft-Einführung intern beurteilte, welche Vorbehalte im Rat geäussert wurden, dass ein internes Mitberichtsverfahren durchgeführt werden sollte, dass ein im Protokoll geschwärztes Regierungsmitglied Kritik am Vorgehen der Finanzdirektion übte und dass die Regierung schliesslich die Einführung von Microsoft Teams beschloss.

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Raphael Biermayr, Zuger Zeitung, 13.02.2025

Grösste Streichung betrifft Asylbereich

Die Gemeindeversammlung von Neuheim hat beschlossen, das Budget um 660'000 Franken zu kürzen. Dabei hat die Gemeindeversammlung den Gemeinderat ermächtigt, selbst über die Budgetkürzungen zu entscheiden, solange der Gesamtbetrag der Kürzungen stimmt. Die grösste Einsparung macht die Gemeinde nun im Asylbereich. Der Solidaritätsbeitrag im Asylbereich wurde gestrichen. Dieser Posten wurde vom Gemeinderat bei der Veröffentlichung des Budgets nicht erwähnt, sondern geht aus dem Gemeinderatsbeschlussprotokoll hervor, welches die Zuger Zeitung gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte.

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Kari Kälin, Zuger Zeitung, 03.07.2024

Krummer Millionendeal: Die nicht gestellte Schlüsselfrage

Er beschäftigt Justiz und Verwaltung seit Jahren: Der krumme Millionendeal vom Ägerisee, bei dem eine Traumliegenschaft zu einem mutmasslich viel zu tiefen Preis an einen reichen einheimischen Käufer ging. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erhielt die «Zuger Zeitung» Zugang zu den umfangreichen Akten zu einer Inspektion, die das Zuger Grundbuch- und Notariatsinspektorat im letzten Jahr abschloss. Dabei zeigt sich, dass Regierungsrat Andreas Hostettler bei einer Zeugenbefragung eine entscheidende Frage nicht stellte. Es handelt sich um jene Frage, die schliesslich Licht ins Dunkel bringen könnte, weshalb die Notarin aus Oberägeri die Beurkundung des Deals nach Unterägeri abschob. Hat die Notarin aus Oberägeri ihre Kollegin aus Unterägeri auf die fehlenden erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Beschlüsse für die Veräusserung der Seegrundstücke hingewiesen?

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Harry Ziegler, Zuger Zeitung, 16.03.2023

«Kann Aufregung im Ennetsee verstehen»

Die Andreas-Klinik in Cham (ZG) soll keine Notfallstation mehr führen dürfen. Der Fokus solle auf der Qualität des Rettungsdiensts liegen. Schwere Notfälle sollen an einem Ort konzentriert werden, dem Kantonsspital, das im Gegensatz zur Andreas-Klinik Ärztinnen und Ärzte ausbildet. Das geht aus dem Beschluss zur sogenannten Spitalliste 2023 Akutsomatik hervor, den der Zuger Regierungsrat am 6. Dezember 2022 fällte. Die Gesundheitsdirektion hat das Dokument der «Zuger Zeitung» unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz – gänzlich ungeschwärzt – freigegeben. Daraus geht hervor, dass die Andreas-Klinik den freien Wettbewerb gefährdet sieht und der Kanton ein Versorgungsmonopol zugunsten des Spitals in Baar anstrebe.

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Kilian Küttel, Zentralplus, 09.12.2022

Kanton Zug prüfte Zahlungen für Ex-Regierungsrat

Die Finanzkontrolle hat die Zahlungsströme der Zuger Sicherheitsdirektion durchleuchtet und die Entschädigungen unter die Lupe genommen, die Sicherheitsdirektor Beat Villiger für seine Mandate kassiert hatte. Resultat der Untersuchung: keine Auffälligkeiten. Das geht aus dem Prüfbericht hervor, den «Zentralplus» mit Verweis auf das kantonale Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung erhalten hat. Für die Prüfung hat die Finanzkontrolle eine Reihe von Schlüsselpersonen befragt, dessen Namen im Dokument allerdings geschwärzt wurden. Die Untersuchung für den Zeitraum Januar bis September 2022 musste unter grösster Diskretion ablaufen.

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Thomas Schlittler, Sonntagsblick, 27.11.2022

Kanton Zug setzte Bund unter Druck wegen Oligarchen-Jagd

In den Tagen nach Kriegsbeginn waren die Russland-Sanktionen im Zuger Regierungsrat Dauerthema. Das zeigen Regierungsratsprotokolle, die «Sonntagsblick», gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, erhalten hat. Der Umgang mit russischen Firmen und Geschäftsleuten verärgerte den Tiefsteuerkanton. Die Regierung intervenierte laut internen Schreiben in Bern und kritisierte intransparente Entscheide und unorganisierte Behördenarbeit. Nach einem diskreten Treffen mit Wirtschaftsminister Guy Parmelin, Landammann Martin Pfister und Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut wurden die Zuger aber letzten Endes besänftigt. Was besprochen wurde, wollen die Beteiligten nicht verraten.

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Zoe Gwerder, Schweiz am Wochenende, 16.07.2022

Zuger Polizei am Anschlag?

Im Kanton Zug sind die Neueingänge bei der Strafverfolgung seit 2017 rückläufig. Trotz wachsender Bevölkerung und Wirtschaft. Ist die ein Hinweis auf eine Überlastung der Polizei? Die «Zuger Zeitung» hat Berichte des Obergerichts per Öffentlichkeitsgesetz erfragt und daraus die Anzahl der Eingänge von Strafbefehlen entnommen. Innert zweier Jahre sank die Anzahl neu eröffneter Strafverfahren um rund 1000 Fälle pro Jahr. 2020 und 2021 ging die Anzahl jährlicher Neueingänge gar um 1500 zurück. Eine Detailanalyse aller ausgestellten Strafbefehle seit 2010 zeigt, dass es bei Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu weniger Strafbefehlen kam. Es verdichten sich Hinweise, dass es der Polizei im Kanton Zug an der Front an Leuten fehlt. Der Verband Zuger Polizei bestätigt diesen Verdacht: Es fehle an Personal. Der Zuger Sicherheitsdirektor hingegen ist überzeugt, dass der Rückgang bei den Neueingängen der Strafverfolgung sowie die eher unterdurchschnittliche Polizeidichte keine Hinweise für eine Abnahme der Sicherheit im Kanton darstellten.

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Tijana Nikolic, Kilian Küttel, Schweiz am Wochenende, 02.07.2022

«Schwere Fehler» bei Zwangsmedikation: Wie die Klinik Zugersee immer wieder gegen das Gesetz verstösst

Die Klinik Zugersee ist im Kreuzfeuer der Kritik: Mitarbeitende klagen über hohe Arbeitsbelastung, unterbesetzte Teams und leidende Pflegequalität. Auch das Zuger Verwaltungsgericht hat die Klinik regelmässig kritisiert, wenn sie Patientinnen und Patienten gegen deren Willen Medikamente verabreicht hat. Verantwortlich für die Klinik ist seit 2018 die Triaplus AG, welche für die psychiatrische Grundversorgung im Konkordatsgebiet zuständig ist. Die «Schweiz am Wochenende» hat den Leistungsauftrag an die Triaplus AG unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz über die Verwaltung zur Einsicht verlangt. Im neunseitigen Dokument heisst es zwar, Triaplus sorge für ein umfassendes Qualitätsmanagement und erstelle jährlich einen Bericht nach Vorlage des Spitalverbands H+. Konkrete Massnahmen, wie mit Qualitätsmängeln umzugehen ist, enthält der Leistungsauftrag nicht.

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Rahel Hug, Zuger Zeitung, 09.03.2022

Verwaltungsrat bleibt optimistisch

Die Trägerschaft des Menzinger Altersheims Luegeten will ihr Aktienkapital erhöhen, die Minderheitsaktionärin Neuheim will sich aber nicht beteiligen.
Die Entscheidung stützt sich auf die Erkenntnisse einer Arbeitsgruppe. Die «Zuger Zeitung» hat basierend auf dem Öffentlichkeitsprinzip Einsicht in die Dokumente verlangt. Die Arbeitsgruppe, die durch einen externen Berater unterstützt wurde, hatte den Auftrag, drei Varianten zu prüfen: Neuheim beteiligt sich an der geplanten Erhöhung, Neuheim beteiligt sich nicht und Neuheim verlässt das Aktionariat. Das Risiko sei zu gross, dass erneut Anträge des Verwaltungsrates der Luegeten AG für weitere Aktienkapitalerhöhungen gestellt werden müssten. Neuheim möchte aber Minderheitsaktionärin bleiben und sei offen, eine Erhöhung erneut zu prüfen.

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Kilian Küttel, Zuger Zeitung, 31.07.2021

«Es ist eine Herausforderung, die Kontrolle zu behalten»

Wie hat sich der Kanton Zug in der Pandemie geschlagen? Die «Zuger Zeitung» hat gestützt auf das kantonale Öffentlichkeitsgesetz 516 Seiten interne Dokumente erhalten (Zeitraum: März 2020 bis Mai 2021). Sie geben einen exklusiven und bislang unbekannten Einblick in die Krisenorganisation.  Ausgewertet wurden Sitzungsprotokolle des Coronastabs, des «Unterstützungsgremiums GD Covid» sowie der Projektgruppe «Covid-19-Impfung». Die Analyse zeigt: Die Behörden haben die Entwicklung eng verfolgt. Die kommunizierten Informationen haben dem damaligen Wissensstand entsprochen. Von Herausforderungen und Schwierigkeiten – etwa Engpässen beim Impfstoff – hat die Öffentlichkeit weitestgehend erfahren. Allerdings zeigen die Dokumente auch Problemfelder, deren Existenz oder Ausmass unbekannt waren. Beispielsweise war die Situation in den Alters- und Pflegeheimen mehr als angespannt und gewisse Heimleitungen wollten sich vom Kanton nicht reinreden lassen.

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Kilian Küttel, Zuger Zeitung, 20.07.2021

Geheime Verhandlungen im Vorfeld?

War längst klar, an wen das «Alte Bahnhöfli» geht, als der Gemeinderat Oberägeri ZG im Auftrag des Volkes einen Käufer suchte? Die Gemeinde dementiert, Recherchen der «Zuger Zeitung» zeigen: Noch vor der Abstimmung und der Ausschreibung hatte sie Kontakt mit der heutigen Eigentümerin. Die Zeitung hat das Protokoll des Treffens mit Verweis auf das Öffentlichkeitsprinzip von der Verwaltung zur Einsicht verlangt. Die Gemeindeverwaltung gab das Dokument heraus, schwärzte aber den Abschnitt zum Alten Bahnhöfli teilweise. Die Kontakte mit Kaufinteressenten sollen laut Gemeinde nie zu Verkaufsverhandlungen geführt haben, weshalb man auch in den Abstimmungsunterlagen nicht darauf hingewiesen hätte.

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Kilian Küttel, Schweiz am Wochenende, 20.03.2021

Nächster Abgang beim Zuger Sozialamt

Im Zuger Sozial- und Asylwesen herrscht Erklärungsbedarf. Praktisch zeitgleich mit dem Bekanntwerden des Abgangs der Leiterin des Zuger Sozialamts, Jris Bischof, erheben ehemalige Mitarbeitende der Durchgangsstation Steinhausen Vorwürfe gegen den Leiter der Asylunterkunft. Sie seien unter Druck gesetzt worden, der Führung mangle es an sozialer Kompetenz. Eine anonymisierte Personalliste der vergangenen fünf Jahre, welche «Schweiz am Wochenende» von den kantonalen Behörden mit Verweis auf das Öffentlichkeitsprinzip verlangt hat, zeigt eine hohe Fluktuation bei der Belegschaft. Von 2016, dem Jahr der Übernahme durch den neuen Leiter, bis 2019 haben 14 Personen der Durchgangsstation gekündigt. Einzig vier Personen arbeiten seit 2016 ununterbrochen im Asylheim.

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