Dienstag, 6. März 2012 |
23:29 Uhr

- Zensiertes (oben) und offen gelegtes Sitzungsprotokoll der Nuklearexperten des Bundes (Seiten 4 bis 7): Kritik an der Geologie von vorgesehenen Endlagern.

Von Martin Stoll Die Kommission für die nukleare Sicherheit (KNS) lieferte in der Vergangenheit ihre Sitzungsprotokolle in schwarz: Seitenlange Zensurbalken waren die Antwort auf Einsichtsgesuche von Medienschaffenden. Jetzt musste das Fachgremium ihr Sitzungsgehemnis lüften.
Die SonntagsZeitung fragte 2010 nach dem Protokoll der 24. Sitzung der Experten-Kommission, welche den Bundesrat in Fragen der Atomsicherheit berät. Zwar lieferte das Bundesamt für Energie (BFE) das Protokoll der Kommission für die nukleare Sicherheit im Juni 2010. Für «250 Franken zzgl. Spesen» machte das Amt aber vor allem schwarze Balken zugänglich – von 14 Seiten waren 8 vollständig eingeschwärzt. Viel mehr als die Traktandenliste legte die Kommission nicht offen.
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Montag, 6. Februar 2012 |
08:01 Uhr

«Offen für Diskussionen und Interviews»:Der BSV-Direktor Yves Rossier (rechts) während der Sommersession. (Foto: Keystone)
Von Martin Stoll. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) will Dokumente von Verwaltungskom-
missionen vom Öffentlichkeitsgesetz ausnehmen. Die SonntagsZeitung zieht den Fall vor Bundes- verwaltungsgericht.
In der eidgenössischen Kommission für
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, der AHV/IV-Kommission, sitzen Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Versicherungen und Abgesandte von Kantonen und des Bundes. Das 20-köpfige Gremium diskutiert Grundsatzfragen der Invalidenversicherung und berät darüber, wie es mit der AHV weiter gehen soll.
Was die Verwaltungskommission bespricht, soll nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Diese Meinung vertritt das von Yves Rossier geführte Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hartnäckig. Es weigert sich trotz Aufforderung des Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten Hanspeter Thür, Sitzungsprotokolle zugänglich zu machen.
Die Geschichte beginnt mit einer Anfrage bei der Kommissionssekretärin. Im Mai 2010 verlangte die SonntagsZeitung Einsicht in Protokolle und einen Jahresbericht. Zwei Monate zuvor hatte der Datenschutz-
und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) in einer Empfehlung zur Eidgenössischen Impfkommission (EKIF) festgehalten, dass Verwaltungskommissionen dem Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ) unterstellt sind. Auch das Bundesamt für Justiz (BJ) hielt in den Richtlinien zur Umsetzung des BGÖ unmissverständlich fest, dass für ausserparlamentarische Kommissionen das BGÖ gilt.
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Montag, 30. Januar 2012 |
08:00 Uhr
- Von Martin Stoll. Ein gutes halbes Jahr nach der Lancierung von Öffentlichkeitsgesetz.ch weiten wir unsere Initiative auf die Westschweiz aus: Loitransparence.ch ist seit heute am Netz.

Transparenz-Offensive aus der Westschweiz: Angestellte der Eidgenössischen Steuerverwaltung in Bern. (Foto: Keystone)
Unsere Website ist eine kleine Erfolgsgeschichte: Seit der Lancierung im vergangenen Juni wurden die Seiten von Öffentlichkeitsgesetz.ch mehr als 77 000 Mal aufgerufen. Jeden Monat konsultieren Hunderte die Seite, und unter Medienschaffende wird das Öffentlichkeitsgesetz zunehmend als Arbeitsinstrument eingesetzt – immer häufiger mit gutem Resultat.
Nach dem Anfangserfolg von Öffentlichkeitsgesetz.ch ist jetzt auch loitransparence.ch im Netz. Die Seite wird ebenfalls vom verlagsunabhängigen Verein Öffentlichkeitzsgesetz.ch betrieben. Im Vorstand des Vereins sitzen die Westschweizer Journalisten Denis Masmejan (Le Temps) und Titus Plattner (Le Matin Dimanche). Mit an Bord ist auch die TV-Journalistin Isabelle Ducret (Temps Présent).
Nicht nur bei Medienschaffenden, auch bei Verlegern und Berufsverbänden stösst die Transparenzinitiative auf positives Echo. Neu wird die Seite vom Verband Schweizer Medien finanziert, deren Mitglieder rund 300 Zeitungen und Zeitschriften herausgeben.
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Freitag, 20. Januar 2012 |
15:10 Uhr

Ein Think Tank aus Informatikern, Grafikern und Medienschaffenden verlangt Zugang zu Behördendaten. (Bild: Der untenstehende Text in einer Tagwolke)
Von Barnaby Skinner. Was als Initiative von ch/open und der Schweizer Informatik Gesellschaft vor etwas mehr als einem Jahren begann, hat jetzt einen offiziellen Mantel: An der Berner Fachhochschule wurde der Verein Opendata.ch gegründet, der eine weit gehende Auslegung des Öffentlichkeitsgesetzes fordert.
In den USA oder England gehen Verwaltungen immer freizügiger mit ihren Daten um. Sie stellen Rohdaten zum Verkehrsaufkommen oder Kriminalstatistiken auf Webseiten wie data.gov.uk oder data.gov zur Verfügung. Jeder kann sich bedienen. Und viele greifen zu. Software-Ingenieure und Medien tüfteln mit diesen Daten an Applikationen für Webbrowser, Handys, Tablets. Gerade für Journalisten bergen maschinenlesbare Daten neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen und Recherchen zu präsentieren. So kann heute zum Beispiel jeder Engländer abrufen, wie kriminell seine Wohngegend ist.
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Sonntag, 15. Januar 2012 |
00:15 Uhr

Nach den ersten Informationen zu Dollargeschäften liess Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey laut einem Dokument des Bundesamts für Justiz die Rechtslage prüfen. (Foto: Keystone)
Von Martin Stoll. Das Bundesamt für Justiz sorgt in der Affäre um die Devisengeschäfte von ex- Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand für Transparenz. Innerhalb von nur zwei Tagen macht sie ein Rechtsgutachten zugänglich.
In der Äffäre um Ex-Notenbanker Hildebrand legen Politiker, Staatsanwälte und Medienschaffende zurzeit jede Information auf die Goldwaage: Wer hat wann was getan oder unterlassen? Auch die Rolle von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ist von öffentlicher Relevanz: Hat sie so gehandelt, wie sie handeln musste?
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