Tag: Open-Data

Dürfen wir irgendwann auf Behördendaten surfen?

Die Open-Data-Bewegung setzt sich für den freien Zugang zu Behördendaten ein. Illustration: Bilan

Von Fabrice Delaye. Der Nationalrat entscheidet im Herbst, ob wir Teil von Open Data werden sollen. Die Bewegung aus den Vereinigten Staaten und Frankreich predigt den Zugang zu allen Behördendaten. 

Wie hoch sind die durchschnittlichen Mietpreise im Quartier, in das man gerne ziehen möchte? Wie steht es mit den Erfolgsquoten der Mittelschule, in welche das Kind eingeschult werden soll? In welchem Spital der Region ist das Risiko hoch, sich mit einer Krankenhausinfektion anzustecken? Welche Buslinie der Stadt ist die unsicherste? … Die Antworten auf diese Fragen kennen wir nicht. Aber sie existieren. Wie Millionen anderer Daten, die für unsren Alltag wichtig sind, schlummern sie in Datenbanken unserer Verwaltung. Weil diese Daten öffentlich sind, müssten sie eigentlich zugänglich sein – auch weil das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz vom 21. März 1997 (RVOG) den Schweizern Zugang zu praktisch jeder öffentlichen Information garantiert. Mehr auf französisch


Opendata.ch ist jetzt offiziell

Ein Think Tank aus Informatikern, Grafikern und Medienschaffenden verlangt Zugang zu Behördendaten. (Bild: Der untenstehende Text in einer Tagwolke)

Von Barnaby Skinner. Was als Initiative von ch/open und der Schweizer Informatik Gesellschaft vor etwas mehr als einem Jahren begann, hat jetzt einen offiziellen Mantel: An der Berner Fachhochschule wurde der Verein Opendata.ch gegründet, der eine weit gehende Auslegung des Öffentlichkeitsgesetzes fordert.

In den USA oder England gehen Verwaltungen immer freizügiger mit ihren Daten um. Sie stellen Rohdaten zum Verkehrsaufkommen oder Kriminalstatistiken auf Webseiten wie data.gov.uk oder data.gov zur Verfügung. Jeder kann sich bedienen. Und viele greifen zu. Software-Ingenieure und Medien tüfteln mit diesen Daten an Applikationen für Webbrowser, Handys, Tablets. Gerade für Journalisten bergen maschinenlesbare Daten neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen und Recherchen zu präsentieren. So kann heute zum Beispiel jeder Engländer abrufen, wie kriminell seine Wohngegend ist.

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Politiker fordern Open Government Data

Von Catherine Boss. Nachdem der Bundesrat im August drei Interpellationen zu Open Government Data positiv aber unverbindlich beantwortet hat, verlangen Mitglieder der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit nun konkrete Schritte zur Öffnung der Datenbestände des Bundes.

Transparente Verwaltung: Politiker verlangen Masterplan für konkrete Massnahmen. (Illustration: opendata.ch)

 

Die Nationalrätinnen Edith Graf-Litscher (SP) und Kathy Riklin (CVP) sowie Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) haben laut einer Pressemeldung von opendata.ch zu diesem Zweck eine Motion und zwei Postulate eingereicht.

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Der Bund probt die gläserne Verwaltung

Zugang zu den Informationen der Verwaltung: Bürger im Bundesarchiv in Bern. (Foto: Keystone)

Von Martin Stoll. Die Bundesverwaltung testet eine Informatik-Plattform, mit der – theoretisch – ein tiefer Blick in deren Akten möglich ist.

Das Projekt «Single Point of Orientation» (kurz: SPO) wurde im Auftrag des Bunderates von Andreas Kellerhals, dem Direktor des Bundesarchivs, entwickelt. Der Plan tönt spannend: In einer Datenbank sollen Hunderttausende Verwaltungsdokumente erfasst werden. Bürgerinnen und Bürger – so die schöne Idee – können das Verzeichnis online durchsuchen. Haben sie Interesse an einem Dokument oder Dossier, fordern sie es unter Berufung auf das Öffentlichkeitsgesetz direkt an. Die Amtsstelle prüft die Herausgabe des Dokuments dann im Detail.

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Frankreich macht seine Datenablagen zugänglich

Das Team von «Etatlab» bereitet die französische Verwaltung auf die Öffnung ihrer Datenspeicher vor.

Ende Jahr geht das Portal data.gouv.fr ans Netz: Dann sind Daten der französischen Verwaltung kostenlos und in offenen Formaten zu haben.

Ein Entwicklungsteam arbeitet zurzeit auf Hochtouren an der Umsetzung der opendata-Strategie. Die französische Regierung hat alle Ministerien und sonstigen staatlichen Institutionen aufgefordert, so viele Daten wie möglich zur Verfügung zu stellen.

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