Frankreich macht seine Datenablagen zugänglich

Das Team von «Etatlab» bereitet die französische Verwaltung auf die Öffnung ihrer Datenspeicher vor.

Ende Jahr geht das Portal data.gouv.fr ans Netz: Dann sind Daten der französischen Verwaltung kostenlos und in offenen Formaten zu haben.

Ein Entwicklungsteam arbeitet zurzeit auf Hochtouren an der Umsetzung der opendata-Strategie. Die französische Regierung hat alle Ministerien und sonstigen staatlichen Institutionen aufgefordert, so viele Daten wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Das Internet habe die Anforderungen an die Transparenz der öffentlichen Verwaltung erhöht, heisst es in einer Mitteilung des Ministerrats zur Lancierung der Initative. Mit der Offenlegung von Datenbeständen lasse sich das Vertrauen der Bürger in die staatliche Institutionen stärken.

Die neue Transparenz soll auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Die öffentlich zugänglichen Daten könnten die Grundlage für neue, innovative Geschäftsmodelle im Internet sein und so Wirtschaftswachstum und Beschäftigung fördern. Unternehmer, Forscher und Bürger sind aufgerufen, neue Anwendungen für die öffentlichen Daten zu erfinden.

Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte im Frühling den nationalen Informatikrat (Conseil national du numérique) eingesetzt. Dieser ist daran, Empfehlungen für die Open-Data-Politik Frankreichs zu erarbeiten. Laut dem Präsidenten des Informatikrats, Gilles Babinet, sind regionale Behörden teils noch nicht durch das opendata-Projekt «Etalab» abgedeckt.

Das Projekt Frankreichs lehnt sich an ausländischen Open-Data-Initiativen an. In Deutschland wurde vergangene Woche das Portal Open Data Berlin eröffnet. Hier sind Daten der Berliner Verwaltung zugänglich.

Im Sommer hatte sich Neuseeland zur Öffnung der staatlichen Datenablagen verpflichtet. Eine Deklaration sieht vor, dass alle Daten der öffentlichen Hand in einer leicht verfügbaren Form möglichst kostenlos und ohne Restriktionen bei der Nutzung zugänglich gemacht werden.

In der Schweiz hat sich die parteipolitisch unabhängige Bewegung opendata.ch formiert. An der ersten Opoen-Data-Konferenz wurde Ende  Juni  ein Manifest verabschiedet. Darin werden die Verantwortlichen der Schweizer Verwaltung aufgefordert, «die finanziellen, organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen für den Zugang zu den Behördendaten in maschinenlesbarer Form aufzubauen und langfristig zu gewährleisten.»


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