Tag: Öffentlichkeitsgesetz.ch

«Beste Qualitätsinitiative im Schweizer Journalismus»

Der Verein Öffentlichkeitsgesetz.ch erhält den 6. Medien-Award 2011 des Vereins Qualität im Journalismus. Damit wird eine junge Initiative von Deutsch- und Westschweizer Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, die sich dafür einsetzen, dass die das Öffentlichkeitsprinzip in der Schweiz gefördert und für Medien vermehrt nutzbar gemacht wird.

Preisübergabe: Hansjürg Zumstein, Thomas Knellwolf, Martin Stoll (Foto: Senada Haralcic)

Der Award wurde dem dem Vorstand von Öffentlichkeitsgesetz.ch am Mittwoch abend an der Herzbergtagung in Winterthur überreicht.

Die Auszeichnung wird jedes zweite Jahr für die «beste Qualitätsinitiative im Schweizer Journalismus» vergeben. Die Laudatio hielt Jurymitglied Hannes Britschgi, Leiter der Journalistenschule von Ringier. Von den eingereichten Projekten überzeugte die neunköpfige Jury vor allem die Internetplattform Öffentlichkeitsgesetz.ch.

Die Internetplattform ist seit dem Juni 2011 aufgeschaltet und wird rege benutzt. Medienschaffende und weitere Interessierte haben die Seite seit dann 54 000 Mal angeklickt.

«Wir freuen uns sehr, dass unsere Initiative ausgezeichnet wird», sagt Martin Stoll, der Vereinspräsident von Öffentlichkeitsgesetz.ch. «Transparenz in der Verwaltung erhöht unseres Erachtens die Qualität einer Demokratie.»

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Öffentlichkeitsgesetz.ch begrüsst investigativ.ch

Die Recherche-Plattform investigativ.ch versorgt Schweizer Journalisten, die der Sache auf den Grund gehen wollen, mit Tipps und einem Netzwerk.

Der Vorstand von investigativ.ch: Thomas Angeli, Dominique Strebel, Mona Fahmy, Otto Hostettler, Martin Stoll (von links).

«Recherchewissen ist shareware», schreibt der Verein investigativ.ch ins seiner Ankündigung zum neuen «Kompetenzzentrum für Recherche» – und kommt gleich zur Sache: Dossiers zum internationalen Handel mit Kleinwaffen oder zu Rockergangs geben einen raschen Einstieg ins Thema, Fakten, offene Fragen und Sachverständige werden aufgelistet. Autoren der E-Dossiers sind Profi-Rechercheure, die zu den Themen gearbeitet haben.

Ein Blog fokussiert auf diejenigen, die in der Schweiz Information verhindern oder brisante Sachverhalte enthüllen. Im Forum – es ist nur für eingeschriebene Mitglieder zugänglich – werden Sachfragen debattiert: Wie komme ich an einen Betreibungsauszug? Wie zuverlässig sind Einträge in Moneyhouse oder Teledata? Wie finde ich heraus, ob jemand Sozialhilfe kriegt?

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Ran an die Dokumente von Verwaltung und Behörden

Interview Bettina Büsser. Das Medienmagazin Edito + Klartext hat sich mit Martin Stoll, Leiter Recherchedesk der SonntagsZeitung, und Hansjürg Zumstein, Dokumentarfilmer beim Schweizer Fernsehen über das Öffentlichkeitsgesetz und die «grossen Jaggründe» in der Bundesverwaltung unterhalten.

Hansjürg Zumstein (links) und Martin Stoll: «Wir wollen den Medienschaffenden zeigen, dass dieses Gesetz ein alltagstaugliches Recherchewerkzeug ist.» (Fotos: Reto Schlatter)

EDITO+KLARTEXT: Das Schweizer Öffentlichkeitsgesetz ist seit fünf Jahren in Kraft – wie wichtig ist es für den Journalismus?

MARTIN STOLL: Es ist ein wichtiges Arbeitsinstrument für Medienschaffende. Damit kommen wir an authentische, ungefilterte Informationen aus der öffentlichen Verwaltung. Ausserdem hat allein seine Existenz dazu geführt, dass die Entscheide von staatlichen Pressestellen und Mediensprechern eher zugunsten von Medienschaffenden ausfallen. Das Gesetz verpflichtet die staatliche Verwaltung, Dokumente zugänglich zu machen. Es liefert in der Auseinandersetzung um die Offenlegung von Informationen gute Argumente, man ist den Entscheiden der Verwaltung nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert.

HANSJÜRG ZUMSTEIN: Das Gesetz ist wichtig, aber es wird zu wenig benutzt. Ich stelle noch keinen Kulturwechsel fest. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Journalisten dieses Instrument gar nicht wahrnehmen, sei es aus Zeitdruck oder sei es, weil sie es noch zu wenig kennen.

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