Tag: Öffentlichkeitsgesetz.ch

Öffentlichkeitsgesetz.ch begrüsst investigativ.ch

Die Recherche-Plattform investigativ.ch versorgt Schweizer Journalisten, die der Sache auf den Grund gehen wollen, mit Tipps und einem Netzwerk.

Der Vorstand von investigativ.ch: Thomas Angeli, Dominique Strebel, Mona Fahmy, Otto Hostettler, Martin Stoll (von links).

«Recherchewissen ist shareware», schreibt der Verein investigativ.ch ins seiner Ankündigung zum neuen «Kompetenzzentrum für Recherche» – und kommt gleich zur Sache: Dossiers zum internationalen Handel mit Kleinwaffen oder zu Rockergangs geben einen raschen Einstieg ins Thema, Fakten, offene Fragen und Sachverständige werden aufgelistet. Autoren der E-Dossiers sind Profi-Rechercheure, die zu den Themen gearbeitet haben.

Ein Blog fokussiert auf diejenigen, die in der Schweiz Information verhindern oder brisante Sachverhalte enthüllen. Im Forum – es ist nur für eingeschriebene Mitglieder zugänglich – werden Sachfragen debattiert: Wie komme ich an einen Betreibungsauszug? Wie zuverlässig sind Einträge in Moneyhouse oder Teledata? Wie finde ich heraus, ob jemand Sozialhilfe kriegt?

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Ran an die Dokumente von Verwaltung und Behörden

Interview Bettina Büsser. Das Medienmagazin Edito + Klartext hat sich mit Martin Stoll, Leiter Recherchedesk der SonntagsZeitung, und Hansjürg Zumstein, Dokumentarfilmer beim Schweizer Fernsehen über das Öffentlichkeitsgesetz und die «grossen Jaggründe» in der Bundesverwaltung unterhalten.

Hansjürg Zumstein (links) und Martin Stoll: «Wir wollen den Medienschaffenden zeigen, dass dieses Gesetz ein alltagstaugliches Recherchewerkzeug ist.» (Fotos: Reto Schlatter)

EDITO+KLARTEXT: Das Schweizer Öffentlichkeitsgesetz ist seit fünf Jahren in Kraft – wie wichtig ist es für den Journalismus?

MARTIN STOLL: Es ist ein wichtiges Arbeitsinstrument für Medienschaffende. Damit kommen wir an authentische, ungefilterte Informationen aus der öffentlichen Verwaltung. Ausserdem hat allein seine Existenz dazu geführt, dass die Entscheide von staatlichen Pressestellen und Mediensprechern eher zugunsten von Medienschaffenden ausfallen. Das Gesetz verpflichtet die staatliche Verwaltung, Dokumente zugänglich zu machen. Es liefert in der Auseinandersetzung um die Offenlegung von Informationen gute Argumente, man ist den Entscheiden der Verwaltung nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert.

HANSJÜRG ZUMSTEIN: Das Gesetz ist wichtig, aber es wird zu wenig benutzt. Ich stelle noch keinen Kulturwechsel fest. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Journalisten dieses Instrument gar nicht wahrnehmen, sei es aus Zeitdruck oder sei es, weil sie es noch zu wenig kennen.

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