Sind Datenbankprobleme schuld?

 

Fehler in der Subventions-Datenbank des Bundes wurden durch ein Einsichtsgesuch entdeckt: Staatlich unterstützter Anbau von Bio-Salat. (Foto: RDB/Ex-Press/Tanja Demarmels)

Von Eveline Dudda. Probleme mit der Öko-Datenbank des Bundesamts für Landwirtschaft verzögerten ein Einsichtsgesuch um einen Monat – obwohl der Fehler in nur zwei Tagen behoben war. 

 

«Die Informatiker arbeiten mit Hochdruck daran, uns einen korrekten Auszug der von Ihnen gewünschten Daten 2013 zu ermöglichen», teilte Sonja Eschbach, die Rechtsanwältin des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) Mitte Juli mit, «es ist ihnen jedoch noch nicht gelungen.» Das Problem muss gross gewesen sein, denn das Gesuch um Einsicht in diese Daten wurde ganze drei Wochen zuvor gestellt. An der Abfragestruktur konnte es nicht liegen. Diese war exakt dieselbe wie ein halbes Jahr zuvor und damals konnte das BLW die Daten – zwar auch mit einiger Verzögerung – zumindest liefern. Eschbach erklärt: «Die letzte Datenmigration führte zu fehlerhaften Ökoqualitätsdaten und wir möchten Ihnen gerne die richtigen Daten zustellen.» Das hiess in erster Linie warten. Denn obwohl Eschbach die Daten «innerhalb der nächsten zwei Wochen» in Aussicht stellte, wurden daraus zuerst drei, dann vier Wochen.

 

Weise Voraussicht vor unvorhersehbaren Problemen

Bei den gewünschten Daten handelte es sich um Grundlagen für Direktzahlungen, die im letzten Jahr bereits ausbezahlt wurden. Haben die Bauern möglicherweise Geld erhalten, das ihnen gar nicht zusteht? Hat das BLW seinen Agrarbericht auf einer falschen Datenbasis aufgebaut? BLW-Mediensprecherin Anne Rizzoli winkt ab. Die Datenmigration hatte weder Auswirkungen auf die Direktzahlungen noch auf den Agrarbericht. Rizzoli: «Die für diesen Bericht benötigten Auswertungen wurden in weiser Voraussicht vor der Datenmigration herausgefiltert.» Das überrascht etwas, da Rizzoli gleichzeitig angibt, dass der Fachbereich Agrarinformationssystem zusammen mit dem Information Service Center WBF das Problem erst «Dank dem BGÖ-Gesuch» erkannt hat. Noch erstaunlicher war das Ausmass der Problemlösung: «Der Aufwand für die nochmalige Prüfung der Ökodaten belief sich bei allen Beteiligten auf insgesamt circa zwei Personentage.» Warum zwei Arbeitstage zu einer vierwöchigen Verzögerung führten ist derzeit nicht geklärt. Vermutlich arbeitet das BLW gerade mit Hochdruck an seiner Antwort.