Preis für Recherche und Verwaltungstransparenz

Preisübergabe im Zürcher Kaufleuten: Martin Stoll mit Laudator Salvador Atasoy (rechts) und Moderatorin Nicola Steiner. (Foto: Zürcher Journalistenpreis)

 

Die Stiftung Zürcher Journalistenpreis hat Martin Stoll, Geschäftsführer von Öffentlichkeitsgesetz.ch, für sein journalistisches Gesamtwerk ausgezeichnet.

Ausgezeichnet wurde sein jahrzehntelanger Einsatz für Aufklärung, Transparenz und eine starke vierte Gewalt. Stoll habe mit beharrlicher Recherche und dem unerschrockenen Aufdecken von Missständen den Schweizer Journalismus nachhaltig geprägt – und mit seinem Engagement für Verwaltungstransparenz demokratische Kontrollmechanismen gestärkt.

Stoll deckte unter anderem Verbindungen des Schweizer Geheimdienstes zum Apartheidstaat Südafrika auf und war an Recherchen beteiligt, die zum Rücktritt eines Armeechefs führten. Neben seiner journalistischen Arbeit setzt er sich seit Jahren für den freien Zugang zu amtlichen Informationen ein – unter anderem als Gründer und Geschäftsführer von Öffentlichkeitsgesetz.ch. Sein Einsatz habe die Arbeitsbedingungen ganzer Journalistengenerationen verbessert, so die Jury.

«Im Team mit anderen bekannten Namen hat er mit diesem Verein eine Grundlage für den Journalismus geschaffen, auf der insbesondere die Recherche heute steht, indem er Dinge möglich gemacht hat, die bisher gefehlt haben», sagt Salvador Atasoy, Recherche-Journalist bei SRF, in seiner Laudatio. Stoll habe Transparenz und Öffentlichkeit in den Recherche-Journalismus gebracht und den Journalismus nachhaltig besser gemacht.

«Das Engagement von Martin Stoll für Transparenz in der Verwaltung ist bis heute ungebrochen. Der Preis würdigt sein langjähriges, unbeirrbares Wirken an der Spitze unseres Vereins», schreibt Co-Vereinspräsident Titus Platter. 

Die feierliche Preisverleihung fand in Zürich statt – im Beisein von Medienminister Albert Rösti.

Neben dem Preis für das Gesamtwerk wurden weitere Arbeiten ausgezeichnet: Barbara Achermann («Das Magazin») erhielt den Preis für ihre Reportage über Maggy Corêa und Jacques Pitteloud, die während des Völkermords in Ruanda eine spektakuläre Rettungsaktion wagten. Kaspar Surber («WOZ») wurde für seine Reportage über den Secondo Manuel Bengoechea ausgezeichnet, der kurz vor seiner Ausschaffung aus der Schweiz verstarb.

Ivo Mijnssen («NZZ») erhielt den Preis für seine Reportage aus der umkämpften ukrainischen Stadt Pokrowsk. Der Newcomer-Preis ging an die freie Reporterin und Fotografin Lea Ernst für ihre Reportage «Cinema Sarajevo» im «NZZ am Sonntag Magazin».

Der Zürcher Journalistenpreis wird seit 1981 vergeben. Träger der Stiftung sind die Medienhäuser CH Media, NZZ, Ringier und Tamedia.