Das sind die Nominierten für den Prix Transparence 2020

Noch nie haben Medienschaffende mit den Öffentlichkeitsgesetzen von Bund und Kantonen so viele Beiträge realisiert wie im Corona-Krisen-Jahr. Die besten sind für den Prix Transparence vorgeschlagen.

Mit Behördendaten und -dokumenten setzten Journalistinnen und Journalisten aus 37 Redaktionen insgesamt 106 Beiträge (Vorjahr: 66) um. 35 behandelten das Thema Corona. Der Vorstand und die Geschäftsstelle von Öffentlichkeitsgesetz.ch haben die zehn besten ausgewählt. Eine Fachjury beurteilt jetzt die nominierten Beiträge:

 

 

 

Mathias Gottet
Cedric Fröhlich

Berner Zeitung,
06. Februar 2020

Berner Grundwasser- und Quellfassungen haben ein Pestizid-Problem. In viel mehr Trinkwasserfassungen als bisher bekannt finden sich Spuren von Chlorothalonil. Dies enthüllt die «Berner Zeitung» gestützt auf das Berner Informationsgesetz.


Roland Gamp
Catherine Boss
Sylvain Besson
Sven Cornehls

Sonntagszeitung, Le Matin Dimanche
23. Februar 2020

Verdorbenes Fleisch, verschimmelte Küchen: Selbst Edelrestaurants servieren teils gesundheitsgefährdendes Essen. Dies das Fazit des Tamedia-Recherchedesks, nachdem es 270 Strafentscheide und Inspektionsdaten ausgewertet hatte.


Christian Brönnimann

Sonntagszeitung, Le Matin Dimanche
14. Juni 2020

In der Corona-Taskforce wurde die Pandemie-Gefahr massiv unterschätzt. Das Corona-Virus werde sich nicht so leicht übertragen wie ein Grippevirus, sagte Daniel Koch laut von der «Sonntagszeitung» herausverlangten Protokollen noch Ende Februar.


Jan Jirát
Kaspar Surber
Susan Boos
Marcel Bamert

WOZ,
16. Juli 2020

Nach einem fünfjährigen Rechtsstreit erhielt die «WOZ» vom Bund Dokumente zu Rüstungsexporten. Sie erlauben einen tiefen Einblick in ein verschwiegenes Geschäft und machen erstmals Zulieferer, Exporteure und Exportvolumen publik.


Magalie Goumaz
Nicolas Maradan

La Liberté,
21. Juli 2020

Gestützt auf Behördenprotokolle zeichnet «La Liberté» minutiös nach, wie die Behörden des Kantons Freiburg in den ersten Corona-Monaten im Krisenmodus funktionierten und fieberhaft versuchten, Schutzmaterial zu beschaffen.


Nikola Thelitz
Adina Renner
Barnaby Skinner

NZZ,
30. Juli 2020

Um Datenschutz und Öffentlichkeitsprinzip zu vereinen, ist die «NZZ» neue Wege gegangen: Sie entwickelte ein Computer-Skript, mit dem das BAG Daten auswertete. Das Ergebnis: In grossen Skigebieten kam es letzten Winter zu vielen Corona-Fällen.


Martin Sturzenegger

Tages-Anzeiger,
31. August 2020

In einem Untersuchungsbericht, in den der «Tages-Anzeiger» Einsicht verlangte, werden gravierende Missstände im Sozialamt in Dübendorf beschrieben. Unter anderem wurden Sozialhilfebezüger vom Amt überwacht und unter Druck gesetzt.


Marc Meschenmoser
Vanessa Mistric

K-Tipp,
01. September 2020

Auch ein Jahr, nachdem ein Zugbegleiter von einer Zugtür eingeklemmt und zu Tode geschleift wurde, sind Zugreisende wegen defekter Türen verletzt worden. Dies zeigt eine Recherche von «K-Tipp», die mithilfe des Öffentlichkeitsgesetzes realisiert wurde.


Christoph Lenz

Das Magazin,
24. Oktober 2020

Mithilfe von herausverlangten E-Mails belegt das «Magazin» ein gravierendes Umweltversagen des Lonza-Werks im Wallis und der Behörden. Zuvor wurde bekannt, dass das Werk ein Prozent der Treibhausgase der Schweiz ausstösst.


Sven Altermatt

Aargauer Zeitung,
17. Dezember 2020

Während das Gesundheits-Amt des Bundes in der Corona-Krise an vorderster Front steht, steckt das Amt selber tief in der Krise. Das belegt ein Bericht, den die «CH Media»-Redaktion herausverlangt hat. Intern stark kritisiert wurde Daniel Koch.

 


Angestellte der Geschäftsstelle, Vorstandsmitglieder des Vereins und Gewinnerinnen oder Gewinner des Vorjahres sind vom Wettbewerb und vom Nominationsverfahren ausgeschlossen.


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