Open Data ist bei den Grossen angekommen

Vier Jahre nach dem ersten Treffen der Schweizer Open-Data-Community kommt die Forderung, Daten der öffentlichen Hand zu öffnen, immer mehr auch von Akteuren bei den Behörden und anderen grossen Organisationen selbst.

 

Kritische Voten zur Transparenzsituation in der Schweiz: Podium an der opendata-Konferenz mit Balthasar Glättli, Thomas Angeli, Andreas Kellerhals, André Golliez und Hannes Gassert.

Zum Beispiel die Rhätische Bahn, die bei den SBB zusammen mit der Entwickler-Community auf offene Fahrplandaten pocht. Diese Position wird zunehmend auch innerhalb der SBB vertreten, die Forderung nach Öffnung kommt von innen. Oder aber die SRG: An der diesjährigen Opendata.ch-Konferenz in Zürich berichtete Dominik Born von den hauseigenen SRG-Hackdays, die es vergangene Woche ermöglichten, erstmals TV- und Radiodaten für Programmierer, Designer und Startups breit nutzbar zu machen.

Die Abschlussdiskussion untersuchte die Frage, wie ein solcher Wandel auch den Bund weiter erfassen könnte, und was Politik, Technologie und Medien dazu leisten. «Wir müssen achtsam sein, was bei der laufenden Evaluation des Öffentlichkeitsgesetzes passiert», betonte Opendata.ch-Präsident André Golliez. Wird es eingeschränkt, riskiert die Schweiz sogar einen Transparenz-Rückschritt. Dagegen gelte es auf allen Ebenen anzutreten.Er forderte eine politische Lobby für Transparenz-Anliegen. Nicht nur die Verwaltung sei zuweilen eine Dunkelkammer, sagte der Journalist Thomas Angeli.  «Auch das Parlement hat ein grobes Transparenzproblem», meinte der Lobywatch-Copräsident. An der Konferenz ist die Plattform Lobbywatch.ch online gegangen. Sie dokumentiert den Filz bei der Gesundheitskommission, deren Mitglieder mit 800 Organisationen verbunden sind.


1 Kommentar

Kurioserweise gilt der Titel auch für die Rechtsprechung – je «grösser» das Gericht, desto eher wird die Rechtsprechung als Open Data behandelt … bei den unteren Instanzen hingegen gilt Open Data häufig nicht einmal für die diesbezüglich bereits privilegierten Journalisten.

Von Martin Steiger | 19.09.2014, 06:08 Uhr


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