Bauern wollen nicht offenlegen, wo sie Pestizide verspritzen

Daniel Bütler, Saldo, 20.11.2024

Die Landwirte geben keine Details über den Einsatz von Pestiziden preis – obwohl sie dies vor der Abstimmung über die Trinkwasserinitiative versprachen. Laut Gesetz müssen Bauern seit Anfang Jahr Menge, Zeitpunkt und genauen Ort angeben, wenn sie chemische Pflanzengifte verspritzen. Bei einem Treffen zwischen dem Präsidenten des Schweizerischen Bauernverbandes, Markus Ritter, und dem Bundesamt für Landwirtschaft forderte Ritter deutliche Vereinfachungen bei der Meldepflicht. Das Bundesamt erfüllte die Forderungen der Bauern: Es schwächte die Pestizidmeldepflicht stark ab und verschob sie auf 2027 – obwohl sie seit Anfang 2024 im Gesetz steht. Die Dokumente des Amts zeigen: Die Bauern wollen verhindern, dass sie die mit Pestizid behandelten Flächen angeben müssen. «Bauchschmerzen bereitet den Gemüseproduzenten die vermutete Datenweitergabe an umweltnahe Kreise und Behörden», schrieb das Amt nach einer Besprechung. Die Bauern kritisierten laut den Dokumenten zudem den grossen administrativen Aufwand.

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