Schweizer Firmen kämpfen für das «ewige Gift»

Tina Berg, Beobachter.ch, 23.10.2024

Überall verbreiten sich die Industriechemikalien PFAS – auch in unseren Körpern. Sie sind sehr beliebt. Fast überall zu finden. Sie sind schmutz-, wasser- und fettabweisend. Und extrem stabil. Viele dieser Chemikalien sind giftig, und sie gelangen – hauptsächlich über die Nahrung – in den menschlichen Körper. Problematisch ist, dass sie sich kaum abbauen: Je mehr PFAS sich im Menschen anreichern, desto höher ist das Gesundheitsrisiko. Höchste Zeit, sie zu verbieten. Doch mächtige Lobbys stellen sich dagegen. Verboten sind bis heute erst die gefährlichsten zwei. Und wenn eine solche Chemikalie aus dem Verkehr gezogen wird, ersetzt die Industrie sie einfach mit einem ähnlichen, aber noch nicht verbotenen Stoff. In der EU will man den Spiess jetzt aber umdrehen. Sie wollen nicht mehr einzelne PFAS verbieten, sondern gleich die ganze Gruppe. Im Frühling 2023 startete eine öffentliche Vernehmlassung dazu. Auch in der Schweiz haben Interessenverbände längst begonnen ihre Argumente zu platzieren. Stephan Mumenthaler, Direktor von Scienceindustries, und zwei weitere Vertreter des Verbands trafen sich am 24. März 2023 – zwei Tage nach Beginn der EU-Konsultation – mit der Direktion des Bundesamts für Umwelt. Gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, konnte der Beobachter das Beschlussprotokoll einsehen – allerdings wurde es fast vollständig geschwärzt. Zu lesen war immerhin Folgendes: Der Verband «möchte möglichst früh in die Ausarbeitung von Kriterien einbezogen werden. Er wünscht insbesondere, dass die Massnahmen für die Industrien umsetzbar sind.» Und: «Der Verband betont, dass harmlose PFAS von gefährlichen PFAS unterschieden werden müssen.» 

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