Unersetzlich

David Biner, NZZ, 19.10.2024

Brigitte Hauser-Süess (70) denkt erst gar nicht an die Pension und macht weiter das, was sie seit zwei Jahrzehnten macht: Bundesrätinnen beraten, im Moment Bundespräsidentin Viola Amherd. Die gebürtige Luzernerin arbeitete schon für Ruth Metzler und Doris Leuthard. Eveline Widmer-Schlumpf bezeichnete Hauser-Süess am Schluss der Amtszeit als «Freundin». Bei Viola Amherd ist es vielleicht noch mehr. Denn Hauser-Süess hat Amherds politisches Talent vor 40 Jahren entdeckt und gefördert. Hauser-Süess ist für Amherd so wichtig, dass sie weiterhin für sie arbeitet – wenn auch auf Mandatsbasis. Die Intima ist arbeitsrechtlich eine Externe geworden. Das ist ein seltener Vorgang, vielleicht sogar ein einmaliger. Ende 2023 arbeiteten 31 Personen beim Bund  die älter sind als 65 – darunter Hauser-Süess. Die Bundespersonalverordnung legt fest, dass die Arbeitsverhältnisse von Bundesbeamten spätestens mit Erreichen des 70. Lebensjahres enden. Darüber hinaus ist eine Weiterbeschäftigung im Anstellungsverhältnis nicht möglich. Die NZZ hat den Vertrag über das BGÖ angefordert. Amherd und Hauser-Süess liessen veranlassen, dass der Vertrag ausserhalb des BGÖ-Prozesses ausgehändigt wird – dafür aber geschwärzt. Der pauschale Tagessatz bleibt der Öffentlichkeit genauso verwehrt wie die Einsicht in das vertraglich geregelte Kostendach. Auf Nachfrage heisst es seitens VBS lediglich, dass der definierte Tagessatz «auf dem bisherigen Lohn der Lohnklasse 31» basiere.

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