Schweiz finanziert Busse in Bangkok – und bekommt ein Problem
Tina Berg, Beobachter, 11.10.2024
Bei einem Engagement des Bundes in Thailand gibt es arbeitsrechtliche Probleme. Seit Anfang 2023 fahren Elektrobusse durch Bangkok – und befördern die Fahrgäste, ohne dass CO₂ ausgestossen wird. Möglich gemacht hat das die Schweiz. Dafür erhält sie im Gegenzug Zertifikate für die rund 1,5 Millionen Tonnen CO₂, die dadurch bis 2030 in Bangkok eingespart werden sollen. Der Beobachter hat nun vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz Dokumente herausverlangt. Sie zeigen Vorwürfe an die thailändische Busherstellerin Energy Absolute: Die Gewerkschaft Electric Motor Vehicle Union of Thailand wirft deren Tochterfirma Absolute Assembly schwerwiegende Verstösse gegen die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen vor. Stellvertretend für die thailändische Arbeitnehmerorganisation intervenierte deshalb im Juni 2023 die in Genf ansässige globale Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL beim Bafu und bei Klik. Danach kam die Firma - nicht zuletzt aufgrund der Intervention der Schweiz - den Gewerkschaften etwas entgegen. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer: IndustriALL wandte sich Anfang Oktober 2024 erneut an Klik und Bafu. Mit der dringlichen Bitte, sofort zu intervenieren. Das Verhalten der Firma verstosse nicht nur gegen nationale Gesetze und internationale Standards, sondern auch gegen das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und Thailand, betonte die Gewerkschaftsvereinigung.
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