Und plötzlich verschwand der Experte

Stefanie Hablützel, Beobachter.ch, 27.06.2024

Sieben Jahre lang hielt das Schweigen. Doch jetzt zeigen Mails und Dokumente die brisanten Hintergründe des «unabhängigen» Expertenberichts, der die Bündner Justiz auf einen jahrelangen Irrweg im Fall Bergsturz von Bondo 2017 führte. Der «Beobachter» hat die Unterlagen vom Bund eingefordert, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz. Diese zeigen: Unabhängig waren die Mitglieder der Expertengruppe keineswegs alle. Von den insgesamt 18 Fachleuten arbeiteten 10 für das Bündner Amt für Wald und Naturgefahren (AWN). Dieses Amt hatte die Gefahr vor dem verhängnisvollen Bergsturz beurteilt. AWN-Fachleute empfahlen der Gemeinde zwei Wochen vor der Katastrophe, die Wanderwege offen zu lassen. Kritik kam hingegen vom Bergsturzspezialist Hugo Raetzo vom Bundesamt für Umwelt (BAFU). Als am 15. Dezember 2017 der Expertenbericht veröffentlicht wurde, war der Name von BAFU-Mitarbeiter Raetzo auf der Liste der externen Experten verschwunden.

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