Ein halbes Jahresgehalt verzockt – und trotzdem keine Spielsperre
Roland Gamp, Lukas Lippert, Sonntagszeitung, 23.06.2024
Geheime Casino-Akten zeigen: Die Branche, die fast eine Milliarde im Jahr umsetzt, sperrt Spielsüchtige nicht immer konsequent. Zwei Jahre nach der Gesuchstellung gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz durch den Recherchedesk von «Tamedia», machte die Eidgenössiche Spielbankenkommision (ESBK) sämtliche Dokumente der Deutschschweiz in anonymisierter Form zugänglich. Die Dokumente zeigen: Bei einer Kontrolle der ESBK im November 2021 zeigte sich, dass ein Casino bei gewissen Spielern das Spielverhalten nicht beobachtet hat. Bei anderen holte man zwar einen Finanznachweis ein, kontrollierte ihn aber erst nach mehreren Wochen. Ein weiteres Casino wurde kürzlich vom Bundesverwaltungsgericht zu einer Busse von 1,8 Millionen Franken verurteilt. Während der Pandemie hatte es bei der Registrierung neuer Spieler zu wenig hingeschaut. So hatten sich auch gesperrte Spieler registrieren können, wie aus dem Urteil hervorgeht. Einige Besucher verzockten über 100’000 Franken, ohne dass die Spielbank ihre finanzielle Lage genügend prüfte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Lien vers un contenu journalistique




















