Stets zu Diensten

Raphael Rauch, Sonntagsblick, 02.06.2024

Das Ausland fremdelt mit der Schweizer Aussenpolitik. Für den Westen ist die Schweiz nicht westlich genug; für die EU nicht europäisch genug; für Russland und den globalen Süden nicht neutral genug. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs musste der Bundesrat schmerzhaft lernen, dass die geopolitischen Gewissheiten von einst nicht mehr funktionieren. In Zeiten des Multilateralismus konnte die Schweiz noch als neutrales Land punkten. Doch die Ära globaler Kompromisse scheint beendet. «Die USA ziehen die Schaffung flexibler Koalitionen vor», schreibt das EDA in einem internen Dokument, das «Sonntagsblick» mithilfe des Öffentlichkeitsgesetzes einsehen konnte. Doch ob Ukraine-Taskforce, G7 oder G20: Die Schweiz macht entweder nicht mit oder sitzt, wie bei der Konferenz der zwanzig führenden Wirtschaftsmächte, am Katzentisch. «Die USA haben sehr deutlich darauf hingewiesen, dass die Schweiz nicht genug tut», steht in einem internen EDA-Papier.

Lien vers un contenu journalistique


Autres histoires