Hochsicherheitslabors in der Schweiz: Seuchengefahr?
Thomas Angeli, Beobachter, 08.11.2023
Ebola, Pocken, Schweinepest, Covid-19: Die Erreger, mit denen in den 41 Schweizer Hochsicherheitslabors experimentiert und geforscht wird, haben es in sich. Wenn sie entweichen, drohen Krankheiten, Seuchen und Pandemien. Die Labors in der Schweiz würden viel zu wenig kontrolliert, kritisiert der Bund. Doch er stützt sich dabei auf falsche Zahlen. Im Mittelpunkt steht ein Bericht des Innendepartements (EDI ) zu «Kontrolle/Zertifizierung der Hochsicherheitslaboratorien in der Schweiz». Das Dokument alarmierte die Politikerinnen und Politiker. Der «Beobachter» hat dank dem Öffentlichkeitsgesetz Einsicht in den Bericht erhalten. Doch das Problem sind nicht die zu seltenen Kontrollen, sondern die falschen Informationen im Bericht, an dem nicht weniger als vier Bundesstellen mitgearbeitet haben. Denn nicht nur die Zahlen sind falsch, auch eine zentrale Behauptung ist schlicht erfunden: Die WHO hat nie Empfehlungen abgegeben, wie oft Hochsicherheitslabors kontrolliert werden sollen. Nichtdestotrotz legt der Bericht Schwachstellen offen: Etwa dass alle Kontrollen angekündigt erfolgen. Zudem gibt es keine einheitlichen Standards für die Inspektionen.
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