Geld aus Bern für einen Kriegstreiber

Anna-Theresa Bachmann, Anina Ritscher, Fabian Urech, NZZ am Sonntag, 01.10.2023

Kurz vor Ausbruch des Sudan-Kriegs engagiert die Schweizer Botschaft in Khartum eine Sicherheitsfirma mit direkten Verbindungen zu einer berüchtigten Miliz, den Rapid Support Forces (RSF). Dies belegen E-Mails, welche die «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen konnte. Im Juli 2022 trat die Schweizer Botschaft mit der Sicherheitsfirma Shield Protective Solutions in Kontakt und liess sich eine Offerte für die Bewachung der Botschaft zustellen. Shield-Wächter sollten das bestehende Sicherheitsteam, das direkt vom EDA angestellt ist, ergänzen. Ob Shield gewisse Mindeststandards erfülle, etwa mit Blick auf die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte, bleibt gemäss E-Mail-Austausch fragwürdig. Warum keine alternative Sicherheitsfirma, welche Mitglied der Vereinigung des Kodexes (ICoCA) ist, beauftragt wurde, ist unklar. Ebenso, ob die Verbindung zur RFS zum Zeitpunkt des Vertragabschlusses tatsächlich nicht bekannt war, wie das EDA auf Nachfrage angibt.

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