Lehrer entgehen «schwarzer Liste»

Roland Gamp, Tages-Anzeiger, 02.05.2023

Schon seit 15 Jahren müssten die Kantone alle Lehrerinnen und Lehrer, die ein Sexualdelikt begangen haben, in einem Register eintragen. Nach wie vor halten sich aber nicht alle daran, wie Recherchen des «Tages-Anzeiger» zeigen. Die Zeitung konnte die Liste gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz einsehen. Namen und Geburtsdaten wurden zum Persönlichkeitsschutz geschwärzt. Die meisten eingetragenen Personen hatten ein Diplom auf Primarstufe, bevor man sie sperren liess. Der Grossteil der Massnahmen gilt unbefristet. Zwölf Einträge kamen seit 2020 schweizweit dazu. Anfang 2023 waren insgesamt 92 Lehrer vermerkt, denen die Unterrichtsberechtigung oder die Berufsausübungsbewilligung entzogen wurde. Auf der aktuellen schwarzen Liste sind jedoch nur Personen aus zwölf Kantonen zu finden. Kleinkantone begründen dies damit, dass es bei ihnen schlicht noch nie einen Fall gegeben habe, der einen Eintrag nötig gemacht hätte. Auf der schwarzen Liste fehlen viele publik gewordene Fälle aus einzelnen Kantonen und das Risiko besteht, dass Sexualstraftäter den Kanton wechseln um wieder unterrichten zu dürfen. Konsequenzen wegen Missachtung der Meldepflicht bleiben jedoch aus.

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