Zementindustrie bekämpft Massnahmen für saubere Luft

Eric Breitinger, Saldo, 22.11.2022

Die Zementindustrie zählt mit 2,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr zu den grössten Klimasündern des Landes. Sie soll für ein Viertel des Ausstosses der Schweizer Industrie verantwortlich sein und produziert oft auch mehr Schadstoffe aus als erlaubt - teilweise auch krebs­erre­gende. «Saldo» erhielt gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz Einsicht in 125 Seiten vertraulichen Mailverkehr zwischen dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Verband der Zementindustrie Cemsuisse. Es fällt zunächst ein amikales Verhältnis zwischen Bundesamt und Zementlobby auf: Beat Müller, Sektionschef beim Bundesamt für Umwelt, und Cemsuisse-Direktor Stefan Vannoni duzen sich in den Mails. Cemsuisse wehrt sich in der Korrespondenz gegen strengere Bestimmungen zum Schadstoffausstoss. Der Bund solle Jahresmittelwerte einführen und die Emis­sionen einzelner Werke oder der Branche müssten nur noch jährlichen Durchschnittswerten genügen. Folglich sollen Überschreitungen an einzelnen Stunden oder Tagen zulässig sein. Gedroht wird auch mit der Abwanderung von Firmen.

Télécharger un article


Autres histoires