USZ-Herzklinik-Skandal: Behörde wollte «nicht zu penetrant» sein
Nadine Woodtli, SRF Investigativ, 26.10.2026
Unter Francesco Maisano, dem ehemaligen Chef der USZ-Herzklinik, kam es am Universitätsspital Zürich zwischen 2016 und 2020 zu über 70 unerwarteten Todesfällen. Eine Administrativuntersuchung stellte im Mai dieses Jahres «schwerwiegende Mängel» fest. Einer der zentralen Vorwürfe: «Selektive Darstellung von Ergebnissen und Verschweigen von schwerwiegenden Komplikationen in wissenschaftlichen Publikationen bezüglich dieser Produkte, insbesondere des Cardiobands.» Swissmedic bewilligte den experimentellen Eingriff, ohne den Hersteller oder das Spital zur Sicherheit des Produkts zu befragen. Das zeigen Akten, die «SRF Investigativ» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes vorliegen. Das Medizinprodukt der höchsten Risikoklasse hatte 2016 keine CE-Zertifizierung. Das Spital musste deshalb eine Ausnahmebewilligung bei Swissmedic beantragen. Der ETH-Professor und Privatdozent Jörg Goldhahn hat die Behördenakten eingesehen. Sein Urteil: «Es handelt sich hier um einen Prüfverzicht, und der lässt sich nicht mit dem Auftrag von Swissmedic vereinbaren.» Swissmedic hält dagegen, sie nehme ihre gesetzlichen Aufgaben «risikobasiert und verhältnismässig wahr».




















