Drei Fälle in zehn Jahren

David Walgis, Aargauer Zeitung, 18.07.2026

Bei den Aargauer Polizeikorps gab es bisher insgesamt drei Disziplinarverfahren wegen rassistischem oder diskriminierendem Verhalten: zwei bei der Kantonspolizei und eines bei der Regionalpolizei Lenzburg-Seetal. Alle Vorfälle wurden nicht strafrechtlich verfolgt. Dennoch verweigerten die Kantonspolizei und die Regionalpolizei Lenzburg-Seetal der Redaktion der «Aargauer Zeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz die Einsicht in die Akten. Die Entscheide erlauben dennoch gewisse Einblicke. Die Kantonspolizei untersuchte 2019 und 2025 zwei rassistische oder sexistische Vorfälle. Im einen Fall degradierte die Polizeileitung eine Führungskraft, im anderen versetzte sie die fehlbare Person und sprach eine einjährige Bewährungszeit aus. Anschliessend verliess die betroffene Person die Kapo. Neu geht aus den Dokumenten hervor, dass in beiden Fällen waren die Geschädigten offenbar Kolleginnen und Kollegen und keine Drittpersonen waren. Dieser Umstand reduziere das öffentliche Interesse am Zugang zu den Akten, schreibt Polizeikommandant Michael Leupold in seinem ablehnenden Entscheid.

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