Parmelin kritisiert Militäreinsätze für Grossanlässe

Selina Berner, Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2026

Das Wirtschaftsdepartement will die Armeeunterstützung bei Sport- und Kulturveranstaltungen komplett streichen. Das zeigen Dokumente, welche der Redaktion der «Neuen Zürcher Zeitung» dank des Öffentlichkeitsgesetzes vorliegen. Rund 26'000 Diensttage leistete die Armee allein im vergangenen Jahr im Dienst ziviler Behörden. Das sind 41 Prozent mehr als 2024, weil besonders viele Grossanlässe stattfanden. In den neuen Leitlinien des Bundesrates für das Militär kommen solche Einsätze gar nicht mehr vor. Lediglich «Konferenzschutz und Katastrophenhilfe» werden als Aufträge der Armee zugunsten anderer Behörden erwähnt. Das Verteidigungsdepartement (VBS) analysierte im Entwurf der Leitlinien den Zustand der Truppe. Das Urteil ist düster: Die Schweizer Armee sei zwar eine «gute Ausbildungsarmee», doch im Ernstfall fehle es am Nötigsten. In einem Kommentar schreibt das Wirtschaftsdepartement von Guy Parmelin daraufhin: «Angesichts dieses Fazits und mit Blick auf die zu stärkende Verteidigungsfähigkeit wäre dies wohl der Zeitpunkt, um endlich und definitiv mit Unterstützungseinsätzen der Armee zugunsten von Sport- oder Kulturgrossanlässen aufzuhören.» Seit Jahren sei schliesslich klar, dass solche Hilfsdienste «keinen militärischen Ausbildungscharakter oder -mehrwert» hätten.

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