Die grosse Gemeinde Innerrhoden

Ramona Koller, Appenzeller Zeitung, 01.07.2026

In Innerrhoden wird die Unterbringung von Personen im Asylprozess zentral im Bezirk Appenzell organisiert, weil der Kanton in seiner Kleinheit eher einer grossen Gemeinde gleicht und Ressourcen sowie fachliche Betreuung so besser gebündelt werden können. Eine Verteilung auf andere Bezirke wird nur in Einzelfällen oder bei sehr hohen Zuweisungen geprüft. Das zeigt auch die Analyse der Redaktion der «Appenzeller Zeitung» auf Basis von Zahlen, welche «Reflekt» und Öffentlichkeitsgesetz.ch dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhielten und die Verteilung von Asylsuchenden seit 1994 erstmals detailliert sichtbar machen. Im Gegensatz dazu werden in Ausserrhoden Asylsuchende nach einem bevölkerungsproportionalen Schlüssel auf die Gemeinden verteilt. Standortgemeinden kantonaler Unterkünfte wie Wald, Trogen oder Walzenhausen weisen deshalb zeitweise besonders hohe Asylquoten auf, deren Belegung im Verteilschlüssel berücksichtigt wird. Beide Kantone begründen ihre unterschiedlichen Modelle der Asylunterbringung als sinnvoll und langfristig tragfähig.

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