Das war nah an einer Versorgungskrise
Matthias Benz, Janique Weder, NZZ am Sonntag, 07.06.2026
Am Vormittag des 11. Februar 2026 erreicht die Bundesbehörden die Nachricht, dass ein Säugling in St. Gallen nach dem Konsum von Babymilch der Firma Danone gestorben ist – Verdacht auf den Giftstoff Cereulid. Dokumente, welche die Redaktion «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes einsehen konnte, zeigen das Protokoll der darauffolgenden Krisensitzung: Die Behörden drängten Danone zu einer vollständigen Analyse sämtlicher Produkte und drohten, andernfalls am Folgetag alle Babymilch sicherzustellen und die Bevölkerung zu informieren. Hätten sie diese Drohung wahr gemacht, wären die Regale in den Schweizer Supermärkten halb leer gewesen. Am nächsten Tag kam jedoch die Entwarnung. Zugleich wird sichtbar, dass Danone im Vergleich zu anderen Herstellern später reagierte und höhere Cereulid-Werte tolerierte.




















