Bürokratie in der IV: 98 Millionen für medizinische Gutachten

Andres Eberhard, Infosperber, 18.10.2022

Mit IV-Gutachten kassieren manche Ärzte mehr als ein Bundesrat. Das zeigen neue Zahlen, die «Infosperber» mit Verweis auf das Öffentlichkeitsgesetz vom Bundesamt für Sozialversicherungen erhalten konnte. Für die medizinische Abklärung bestellen die kantonalen IV-Stellen bei externen, juristisch geschulten Ärzten Gutachten. Im Jahr 2021 gab die Sozialversicherung über 98 Millionen Franken allein dafür aus. Auf diesen Gutachten stützen sich die Sozialbehörden bei ihren Entscheiden. Aus den vom Bund überlieferten Daten sticht das Unternehmen PMEDA heraus, gegen welches mehrere Strafverfahren hängig sind und das heftig in der Kritik steht. Trotz des Verdachts von Gefälligkeitsgutachten für die IV verdiente die Firma 2021 4,1 Millionen Franken mit IV-Aufträgen. In Fällen, in denen ein Facharzt für die medizinische Abklärung genügt, vergeben die IV-Stellen Aufträge nach wie vor freihändig. So konnte ein einziger Basler Arzt binnen eines Jahres 603 000 Franken verdienen.

Lien vers un contenu journalistique


Autres histoires