{"id":9714,"date":"2018-08-19T22:02:16","date_gmt":"2018-08-19T21:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=9714"},"modified":"2018-08-19T22:02:16","modified_gmt":"2018-08-19T21:02:16","slug":"gm-fiat-mazda-jetzt-haben-klimasunder-einen-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2018\/08\/gm-fiat-mazda-jetzt-haben-klimasunder-einen-namen\/","title":{"rendered":"GM, Fiat, Mazda: Jetzt haben Klimas\u00fcnder einen Namen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_9719\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9719 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2018\/08\/146434080.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2018\/08\/146434080.jpg 582w, https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2018\/08\/146434080-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/> Der Bund kann die Liste der gr\u00f6ssten CO<sub>2<\/sub>-Emittenten auf der Strasse nicht mehr geheim halten: Abgasmessung in Gockhausen (ZH). (Foto: Keystone\/Steffen Schmidt)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Julia Rippstein.<\/em> <strong>Dank dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz sind Autoimporteure, die gegen Klimaregeln verstossen, jetzt \u00f6ffentlich. Per Gerichtsentscheid wurde das Bundesamt f\u00fcr Energie gezwungen, die Liste herauszugeben.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz des Bundes in der Hinterhand hat sich das Konsumentenmagazin Saldo seit 2015 f\u00fcr die Herausgabe einer vertraulichen Liste <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2016\/06\/autoimporteure-mussen-zahlen-offenlegen\/#more-6969\">gewehrt<\/a>. Darauf verzeichnet der Bund diejenigen Autoimporteure, die zu viele klimasch\u00e4dliche Neuwagen verkaufen und deswegen geb\u00fcsst werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Jahren gab das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) nur das Total der Sanktionen bekannt, mit denen die Branche belegt wird. Die Namen der Autoimporteure, die vom Bund geforderten CO<sub>2<\/sub>-Vorgaben nicht einhalten, waren geheim. Unter Verschluss blieben auch die vom Bund festgelegten CO<sub>2<\/sub>-Vorgaben f\u00fcr die einzelnen Importeure.<\/p>\n<p>Letzten Herbst entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass diese Informationen ver\u00f6ffentlicht werden m\u00fcssen. Sie seien von \u00aberheblichem Interesse\u00bb f\u00fcr die Allgemeinheit. Nachdem das BFE die Liste nach dem Gerichtsbescheid jetzt endlich herausgegeben hat, <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2018\/08\/ta_20180817_0_0_5.pdf\">berichtete der Tages-Anzeiger<\/a> ausf\u00fchrlich dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Grosse Verschmutzer kommen teilweise glimpflich davon<\/strong><\/p>\n<p>Laut den geltenden Regeln d\u00fcrfen importierte Neuwagen heute im Durchschnitt 130 Gramm CO<sub>2<\/sub> pro Fahrkilometer ausstossen. Diese Limite wird allerdings \u00fcberschritten: Aktuell liegt der CO<sub>2<\/sub>Output der importierten Autos bei durchschnittlich 134 Gramm. Deshalb b\u00fcsst der Bund die Importeure, deren Flotten die Umweltvorgaben nicht erf\u00fcllen. Laut der Tages-Anzeiger-Berichterstattung haben von den zehn gr\u00f6ssten Hauptimporteuren im Jahr 2016 vier die festgelegten Limiten \u00fcberschritten und mussten deshalb eine Busse bezahlen. Mit 400 000 Franken bezahlte General Motors SA am meisten, gefolgt von der FCA Group (Fiat) und der Mazda SA. Die VW-Gruppe, Porsche, BMW AG sowie der Ford SA wurden nicht sanktioniert.<\/p>\n<p>Pikant ist, dass grosse Verschmutzer nicht unbedingt mehr Busse bezahlen. Denn die f\u00fcr die Sanktionen relevanten Grenzwerte werden aufgrund eines individualisierten Ratings festgelegt, bei dem unter anderem das Fahrzeuggewicht eine Rolle spielt. So musste BMW keine Bussen begleichen, obwohl deren Flotte mit 140 Gramm CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss pro Fahrkilometer klimasch\u00e4dlicher war als jene von Mazda (132 Gramm). Der Grund: Die Zielvorgabe f\u00fcr die BMW AG war mit 142 Gramm deutlich h\u00f6her als jene f\u00fcr die Mazda SA mit 129 Gramm.<\/p>\n<p>Laut den jetzt offengelegten Informationen importierte Mercedes-Benz AG mit einem CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss von 143 Gramm pro Kilometer die gr\u00f6ssten CO2-Schleudern in die Schweiz \u2013 gefolgt von BMW SA (140 Gramm) und General Motors SA (136 Gramm). Die tiefsten Werte haben Peugeot Citro\u00ebn (122 Gramm) und Renault SA (119 Gramm).<\/p>\n<p><strong>Die Warnungen der Autobranche waren \u00fcbertrieben<\/strong><\/p>\n<p>Unterm Strich fiel die Rechnung f\u00fcr die Autoimporteure bescheiden aus: 2016 bezahlten sie pro verkauften Neuwagen maximal 30 Franken. Die Bussen sind markant tiefer, als Auto-Schweiz, die Vereinigung der Autoimporteure, 2009 prognostiziert hatte. Damals warnte der Verband, die j\u00e4hrlichen Zusatzkosten f\u00fcr K\u00e4ufer von neuen Autos w\u00fcrden in Zukunft gegen 800 Millionen Franken betragen. Die Realit\u00e4t sieht anders aus. Seit der Einf\u00fchrung der Steuer 2012 beliefen sich die Sanktionen auf durchschnittlich 4,7 Millionen Franken pro Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Julia Rippstein. Dank dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz sind Autoimporteure, die gegen Klimaregeln verstossen, jetzt \u00f6ffentlich. Per Gerichtsentscheid wurde das Bundesamt f\u00fcr Energie gezwungen, die Liste herauszugeben. Mit dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz des Bundes in der Hinterhand hat sich das Konsumentenmagazin Saldo seit 2015 f\u00fcr die Herausgabe einer vertraulichen Liste gewehrt. 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