{"id":7877,"date":"2017-06-06T13:19:17","date_gmt":"2017-06-06T12:19:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=7877"},"modified":"2017-06-06T13:28:49","modified_gmt":"2017-06-06T12:28:49","slug":"da-wird-konsumenten-kein-reiner-wein-eingeschenkt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2017\/06\/da-wird-konsumenten-kein-reiner-wein-eingeschenkt-2\/","title":{"rendered":"Da wird Konsumenten kein reiner Wein eingeschenkt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_7861\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7861\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2017\/06\/Weinlese.jpg\" alt=\"Kontrolleure d\u00fcrfen Weinpanscher geheim halten: Traubenernte im Laveaux. (Foto: RDB\/Stephan Engler)\" width=\"582\" height=\"310\" \/> Kontrolleure d\u00fcrfen Weinpanscher geheim halten: Traubenernte im Laveaux. (Foto: RDB\/Stephan Engler)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Thomas Lattmann.<\/em>\u00a0<strong>Die Weinhandelskontrolle hat letztes Jahr 29 Betriebe wegen schwerwiegender Verst\u00f6sse angezeigt. Um \u00adwelche Weine und Betriebe es sich handelt, erf\u00e4hrt die Bev\u00f6lkerung nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Geheimniskr\u00e4merei abgesegnet.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Letztes Jahr sch\u00fctteten Kellereien oder Weinh\u00e4ndler in 13 F\u00e4llen verschiedene Jahrg\u00e4nge zusammen, obwohl auf den Flaschen ein bestimmter Jahrgang angegeben war. Oder sie vermischten unerlaubterweise und entgegen der Deklaration Trauben unterschiedlicher Herkunft. Das ergaben Stichproben der Schweizer Weinhandelskontrolle. In weiteren elf F\u00e4llen fanden die Kon\u00adtrolleure \u00abt\u00e4uschende Etiketten\u00bb oder stellten \u00adandere Falschdeklarationen fest.\u00a0Wer die fehlbaren Betriebe sind und um welche Weine es sich handelt, erfahren die Konsumenten allerdings nicht. Die Weinhandelskontrolle verweigert die Information der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Insgesamt verzeigte die Weinhandelskontrolle 29 Schweizer Weinhandelsbetriebe wegen schwerwiegender Verst\u00f6sse \u2013 acht mehr als im Vorjahr. Bei der Schweizer Weinhandelskontrolle handelt es sich um eine branchenfinanzierte Stiftung, die im Auftrag des Bundes die Einhaltung der Regeln \u00fcberwacht. Das Konsumentenmagazin saldo und ein Kl\u00e4ger aus der Westschweiz verlangten gest\u00fctzt auf das \u00d6ffentlichkeitsgesetz die Angabe der verzeigten Weinhandelsbetriebe und der betroffenen Weine. <a href=\"http:\/\/www.bvger.ch\/publiws\/download?decisionId=9c997962-b52d-4d83-82e0-1332d32a7bd3\">Doch das Bundesverwaltungsgericht entschied<\/a>, dass das \u00d6ffentlichkeitsgesetz\u00a0f\u00fcr die schweizerische Weinhandelskontrolle nicht gilt. Die Weinhandelskontrolle handle zwar im Auftrag des Bundes, sie sei aber privatrechtlich organisiert und nicht Teil der Bundesbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Laut Philippe Hun\u00adziker, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Weinhandelskontrolle, k\u00f6nnen private Organisationen Kontrollen ebenso objektiv und kritisch durchf\u00fchren wie eine staatliche Beh\u00f6rde. \u00abDie Schweizer Weinbranche muss mit Qualit\u00e4tsweinen punkten und hat kein Interesse an schwarzen Schafen.\u00bb<\/p>\n<p>Im Entwurf der revidierten Weinverordnung steht neu, dass die Weinhandelskontrolle die \u00d6ffentlichkeit \u00abin geeigneter Form\u00bb \u00fcber die Ergebnisse informieren muss. Die bisherige Heimlichtuerei wird sich aber nicht \u00e4ndern: Das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft sagt auf Anfrage von saldo, die Weinhandelskontrolle habe das Gesch\u00e4ftsgeheimnis der ihr unterstellten Betriebe zu wahren. Sie m\u00fcsse auch k\u00fcnftig nur \u00abin anonymisierter und quantifizierter Form\u00bb \u00fcber die Resultate informieren.<\/p>\n<p>Weinliebhaber in der Schweiz haben somit die Wahl: Sie trinken blind, was ihnen die Branche vorsetzt. Oder sie meiden Schweizer Weine so lange, bis ihnen reiner Wein eingeschenkt wird.\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Dieser Beitrag ist erstmals in\u00a0\u00a0saldo 11\/2017 erschienen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Thomas Lattmann.\u00a0Die Weinhandelskontrolle hat letztes Jahr 29 Betriebe wegen schwerwiegender Verst\u00f6sse angezeigt. Um \u00adwelche Weine und Betriebe es sich handelt, erf\u00e4hrt die Bev\u00f6lkerung nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat diese Geheimniskr\u00e4merei abgesegnet.\u00a0 Letztes Jahr sch\u00fctteten Kellereien oder Weinh\u00e4ndler in 13 F\u00e4llen verschiedene Jahrg\u00e4nge zusammen, obwohl auf den Flaschen ein bestimmter Jahrgang angegeben war. 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