{"id":6834,"date":"2016-04-19T15:22:26","date_gmt":"2016-04-19T13:22:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=6834"},"modified":"2016-04-20T07:30:56","modified_gmt":"2016-04-20T05:30:56","slug":"graubunden-wird-transparent-ein-bisschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2016\/04\/graubunden-wird-transparent-ein-bisschen\/","title":{"rendered":"Graub\u00fcnden wird transparent (ein bisschen)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_6836\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 634px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6836 size-full\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2016\/04\/graubuenden.jpg\" alt=\"graubuenden\" width=\"624\" height=\"317\" \/> So klarsichtig ist Graub\u00fcnden nach wie vor nur in der Tourismuswerbung. (Foto: Graub\u00fcnden Tourismus)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Marcel H\u00e4nggi.<\/em> <strong>Der B\u00fcndner Grosse Rat hat am 19. April die Einf\u00fchrung des \u00d6ffentlichkeitsprinzips f\u00fcr den Kanton beschlossen. Damit verbleiben nur noch sechs Kantone ohne Transparenzgesetz. Das B\u00fcndner Gesetz geh\u00f6rt freilich zu den schw\u00e4chsten der Schweiz.<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem vergangenen November das Luzerner Parlament die Transparenzvorlage der Regierung versenkte und der Thurgauer Kantonsrat nicht einmal einen Entwurf ausarbeiten lassen wollte (siehe <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2015\/11\/ein-affront-fur-die-burger-luzerner-parlament-lehnt-das-transparenzgesetz-ab\/\">hier in unserem Blog<\/a>), ist es ein Erfolg, dass der Grosse Rat Graub\u00fcndens dem Gesetz \u2013 mit 98:14 Stimmen deutlich \u2013 zustimmte. Denn auch hier war der Widerstand gross \u2013 namentlich seitens der Gemeinden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Vertreterinnen und Vertreter der Geheimhaltung konnten sich also nicht durchsetzen \u2013 oder besser gesagt: nur teilweise. Denn es ist ihnen gelungen, die Gesetzesvorlage <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2015\/07\/graubunden-und-luzern-offentlichkeitsprinzip-nur-halbherzig\/\">bereits in der Vernehmlassung<\/a> stark zu verw\u00e4ssern. Das Kantonsparlament hat nun dem schwachen Gesetz zugestimmt.<\/p>\n<p>Wichtigster Schwachpunkt: Das \u00d6ffentlichkeitsprinzip gilt k\u00fcnftig f\u00fcr die kantonale Verwaltung, aber weder die Gemeinden noch die Regionen m\u00fcssen transparent werden. Sogar Gemeindeversammlungen d\u00fcrfen weiterhin Journalisten und andere Beobachter ausschliessen. Und das\u00a0\u00d6ffentlichkeitsprinzip gilt nur f\u00fcr Dokumente, die nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes erstellt werden \u2013 eine Regelung, wie sie auch das Bundesgesetz (BG\u00d6) kennt, w\u00e4hrend in vielen Kantonen die Transparenz auch r\u00fcckwirkend gilt. Somit hat Graub\u00fcnden eines der schw\u00e4chsten \u00d6ffentlichkeitsgesetze \u00fcberhaupt. Neben Graub\u00fcnden ist Uri der einzige Kanton, der seine Gemeinden vom \u00d6ffentlichkeitsprinzip ausnimmt.<\/p>\n<p>Der Entscheid zur Beibehaltung der Intransparenz auf Gemeindeebene fiel mit 60 zu 53 Stimmen relativ knapp. Gegen mehr Transparenz wehrten sich vor allem CVP und BDP (mit je zwei Ausnahmen). Die SVP war gespalten, die FDP stimmte mehrheitlich, SP und GLP geschlossen daf\u00fcr, auch die Gemeinden in die Pflicht zu nehmen, <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/regional\/graubuenden\/oeffentlichkeitsprinzip-light-gemeinden-bleiben-geheim\">wie SRF berichtet<\/a>.<\/p>\n<p>Ganz dem Geheimhaltungsprinzip verhaftet bleiben nun noch Ob- und Nidwalden, Thurgau, Glarus, Appenzell Innerrhoden und Luzern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Marcel H\u00e4nggi. Der B\u00fcndner Grosse Rat hat am 19. April die Einf\u00fchrung des \u00d6ffentlichkeitsprinzips f\u00fcr den Kanton beschlossen. Damit verbleiben nur noch sechs Kantone ohne Transparenzgesetz. Das B\u00fcndner Gesetz geh\u00f6rt freilich zu den schw\u00e4chsten der Schweiz. 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