{"id":5600,"date":"2015-05-20T14:27:53","date_gmt":"2015-05-20T12:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=5600"},"modified":"2015-05-20T18:33:08","modified_gmt":"2015-05-20T16:33:08","slug":"beharrlich-transparenz-eingefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2015\/05\/beharrlich-transparenz-eingefordert\/","title":{"rendered":"Beharrlich auf das Einsichtsrecht gepocht"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_5603\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 650px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5603\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2015\/05\/Journalistenpreis.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"286\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Christian Br\u00f6nnimann (ganz rechts) mit den weiteren Preistr\u00e4gern Manuel B\u00fchlmann , Oliver Wietlisbach, Andrea Jeska und Arnold Hottinger, (Foto: Urs Jaudas)<\/p><\/div>\n<p><em>Von Martin Stoll.<\/em> <strong>Der Berner Journalist Christian Br\u00f6nnimann hat mit Hilfe des \u00d6ffentlichkeitsgesetzes die Korruptionsaff\u00e4re im Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft\u00a0 aufgedeckt. F\u00fcr seine Enth\u00fcllungen erhielt er den Z\u00fcrcher Journalistenpreis.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEin Departementssprecher fragte in einem Telefongespr\u00e4ch in ziemlich r\u00fcdem Ton, ob ich eigentlich nichts Besseres zu tun h\u00e4tte, als die Verwaltung mit solch unn\u00fctzen Fragen zu besch\u00e4ftigen\u00bb, <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2014\/01\/der-lange-weg-zu-transparenz-bei-bundes-auftragen\/\" target=\"_blank\">erinnert sich Christian Br\u00f6nnimann<\/a> an den Anfang seiner Recherche. Der Journalist liess sich nicht einsch\u00fcchtern und verlangte hartn\u00e4ckig nach dem, was ihm zustand: Der Offenlegung von freih\u00e4ndigen Auftragsvergaben der Bundesverwaltung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Br\u00f6nnimann musste den Rechtsweg beschreiten und \u00fcber ein Jahr warten, bis sich die Aktenschr\u00e4nke der Verwaltung \u00f6ffneten. Als er die Dokumente endlich in den H\u00e4nden hatte, keimte ein Verdacht: Auff\u00e4llig viele Auftr\u00e4ge hatte das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) f\u00fcr ein IT-Projekt der Arbeitslosenversicherung unter der Hand vergeben. \u00abAuf juristische \u00dcberpr\u00fcfungen der Vergaben verzichtete das Seco konsequent. Zudem wurde keine einzige Vergabe \u00f6ffentlich bekannt gemacht, wie es Vorschrift w\u00e4re\u00bb, schrieb Br\u00f6nnimann im Tagesanzeiger und im Bund \u2013 und stiess auf einen noch gr\u00f6sseren Missstand. Er konnte belegen, dass ein\u00a0 langj\u00e4hriger Seco-Ressortleiter Freunden in der IT-Branche Auftr\u00e4ge zu \u00fcberh\u00f6hten Preisen zugeschanzt und sich im Gegenzug pers\u00f6nliche Vorteile verschafft hatte, zum Beispiel eine Reise an die Fussball-WM nach Deutschland.<\/p>\n<p>Ohne die mit dem \u00d6ffentlichkeitsgesetz erstrittene Akten w\u00e4re der Korruptionsfall, der von der Bundesanwaltschaft untersucht wird, nie ins Rollen gekommen. \u00abSelten wurde einem Journalisten der Weg zu den Informationen so schwer gemacht, selten hat es ein Journalist in den letzten Jahren der Jury so einfach gemacht\u00bb, sagte Jurymitglied Hansi Voigt bei der Verleihung des renommierten Journalistenpreises.<\/p>\n<p>Die preisgekr\u00f6nte Recherchearbeit zeigt auch, wie wichtig ein griffiges Transparenzgesetz ist. <strong>\u00a0<\/strong>Wenn die Verwaltung mauert und Missst\u00e4nde zu verschleiern versucht, dann haben Medienschaffend und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ein Rechtsmittel in der Hand \u2013 und mit ihm die M\u00f6glichkeit, besch\u00f6nigende Statements mit Kraft zu hinterfragen und Informationsblockaden zu durchbrechen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Stoll. 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