{"id":3876,"date":"2013-08-16T12:59:53","date_gmt":"2013-08-16T11:59:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=3876"},"modified":"2020-05-04T09:18:22","modified_gmt":"2020-05-04T08:18:22","slug":"ruffel-fur-geheimniskramer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2013\/08\/ruffel-fur-geheimniskramer\/","title":{"rendered":"R\u00fcffel f\u00fcr Geheimniskr\u00e4mer: 275 000 Franken sind zuviel"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Otto Hostettler.<\/em><strong> Das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft muss dem Beobachter eine Liste der Milchverarbeiter herausr\u00fccken, die monatlich mehr als 100\u2019000 Franken Subventionen erhalten. Dies entschied der eisgen\u00f6ssische Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftrage Hanspeter Th\u00fcr.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_3879\" class=\"wp-caption alignright\" style=\"width: 273px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3879 \" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2013\/08\/K\u00e4ser.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"303\" \/> K\u00e4ser sch\u00f6pfen auch Subventionen ab &#8211; die Liste der Empf\u00e4nger soll kein Geheimnis mehr sein. (Foto: RDB\/Stephan Engler)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p>Die Geheimnistuerei hat ein Ende: Anderthalb Jahre lang verhinderte das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft, dass die \u00d6ffentlichkeit erf\u00e4hrt, wer bei der K\u00e4seherstellung von staatlichen Geldern profitiert. <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2013\/08\/Empfehlung_Verkaesungszulage.pdf\">Jetzt kommt der Beauftragte f\u00fcr Datenschutz und \u00d6ffentlichkeit Hanspeter Th\u00fcr zum Schluss:<\/a> Die oberste Landwirtschaftsbeh\u00f6rde verst\u00f6sst mit ihrem Vorgehen gleich in mehreren Punkten gegen das \u00d6ffentlichkeitsgesetz. Es muss nun dem Beobachter die Liste aller Milchverarbeitungsbetriebe aush\u00e4ndigen, die monatlich mehr als 100\u2019000 Franken dieser Verk\u00e4sungszulage beziehen. Und dies erst noch ohne horrende Kosten zu verrechnen. Urspr\u00fcnglich verlangte das Bundesamt f\u00fcr eine komplette die Liste aller Subventionsempf\u00e4nger vom Beobachter <a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2013\/03\/kase-vom-amt\/\">eine absurde Geb\u00fchr von 275\u2019000 Franke<\/a>n. Kommt das Bundesamt der Aufforderung des Datensch\u00fctzers nicht nach, wird das Bundesverwaltungsgericht entscheiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Th\u00fcrs Entscheid kommt einer Ohrfeige an die Landwirtschaftsbeh\u00f6rde gleich. Denn das Bundesamt hatte in letzter Zeit gleich mehrfach versucht, wichtige agrarpolitische Informationen unter dem Deckel zu behalten \u2013 jeweils nach dem gleichen Muster: Das Amt verlangte so hohe Geb\u00fchren, dass Journalisten ihre Informationsbegehren zur\u00fcckzogen.<\/p>\n<p>Das Bundesamt begr\u00fcndete seine Berechnung im Fall des Beobachters mit dem Aufwand, jeden Subventionsbez\u00fcger vorg\u00e4ngig zu kontaktieren. Das Amt machte f\u00fcr jeden der 2500 Geldempf\u00e4nger eine Stunde Aufwand \u00e0 100 Franken geltend und rechnete Portokosten von 25\u2019000 Franken dazu. Auch f\u00fcr die Liste der 49 wichtigsten Betriebe, die alle monatlich mehr als 100\u2019000 Franken Subventionen erhalten, wollte das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft dem Beobachter noch 5300 Franken verrechnen \u2013\u00a0plus 1800 Franken, um die Informationen der Datenbank in eine Liste zu \u00fcbertragen. Gem\u00e4ss Th\u00fcr ist der\u00a0 Verwaltungsaufwand \u00abunangemessen\u00bb und die Geb\u00fchrenberechnung \u00a0\u00abunverh\u00e4ltnissm\u00e4ssig und geradezu stossend\u00bb.<\/p>\n<p>\u00abEine solche Errechnung der Geb\u00fchr hat objektiv betrachtet eine offensichtlich abschreckende Wirkung f\u00fcr potenzielle Gesuchsteller\u00bb, schreibt Th\u00fcr in seinem Entscheid. Zu den Portokosten h\u00e4lt er fest: \u00abDie effektive Verrechnung der Versandkosten w\u00fcrde den Zugang zu amtlichen Dokumenten praktisch verunm\u00f6glichen.\u00bb Th\u00fcr geht sogar noch einen Schritt weiter, das Bundesamt m\u00fcsste die Subventionsempf\u00e4nger nicht einmal konsultieren, weil mit der Bekanntgabe der Subventionen deren Privatsph\u00e4re nicht verletzt werde. Denn: \u00abEs besteht ein eminentes \u00f6ffentliches Interesse zu wissen, wer Zulagen f\u00fcr verk\u00e4ste Milch (\u2026) erhalten hat und ob mit den get\u00e4tigten Zulagen die gesetzlich gewollten Wirkungen erzielt werden konnten.\u00bb<\/p>\n<p>Kommt das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft der Aufforderung des Datensch\u00fctzers nicht nach, wird das Bundesverwaltungsgericht dar\u00fcber entscheiden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Otto Hostettler. 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