{"id":2651,"date":"2012-04-15T08:38:06","date_gmt":"2012-04-15T07:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=2651"},"modified":"2019-06-21T10:17:37","modified_gmt":"2019-06-21T09:17:37","slug":"wo-sind-die-100-millionen-hin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2012\/04\/wo-sind-die-100-millionen-hin\/","title":{"rendered":"Wo sind die 100 Millionen hin?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2659\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 590px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2659\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2012\/04\/Forschung.jpg\" alt=\"\" width=\"580\" height=\"291\" \/> Hinter verschlossenen T\u00fcren: Die \u00d6ffentlichkeit darf nicht erfahren, welche Firmen auf Staatskosten forschen. (Foto: Keystone)<p class=\"wp-caption-text\"><\/p><\/div>\n<p><em>Von Otto Hostettler. <\/em><strong>Im Kampf gegen den harten Franken steckte der Bundesrat 100 Millionen in die Forschung. Welche Firmen profitieren, bleibt geheim.<\/strong><\/p>\n<p>Alles musste schnell gehen: Innerhalb weniger Wochen verteilte letzten Herbst die staatliche Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation 100 Millionen Franken. Mit dem Geld wollte der Bundesrat innovative Produkte f\u00f6rdern und damit die heimische Wirtschaft st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Welche Firmen letztlich von den Bundesmillionen profitieren, ist unbekannt. Gest\u00fctzt auf das \u00d6ffentlichkeitsgesetz, wonach grunds\u00e4tzlich jeder Zugang zu jeder Information und jedem Dokument der Bundesverwaltung hat, wollte der Beobachter die Firmennamen wissen. Doch die Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation verweigerte die Einsicht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es bestehe ein <em>\u00ab<\/em>legitimes Geheimhaltungsinteresse<em>\u00bb<\/em>, die Firmennamen nicht bekanntzugeben, sagt die Kommission. W\u00fcrde ein Unternehmen mit einem konkreten Forschungsprojekt in Verbindung gebracht, k\u00f6nnte ein Konkurrent <em>\u00ab<\/em>R\u00fcckschl\u00fcsse auf geplante oder laufende Forschungsprojekte<em>\u00bb<\/em> ziehen, argumentierte sie.<\/p>\n<p><em>\u00ab<\/em>Die H\u00e4lfte wurde abgew\u00fcrgt<em>\u00bb<\/em> Wenn es jedoch der Selbstdarstellung dient, pr\u00e4sentiert die Kommission sehr wohl konkrete Namen. So Ende Februar, als sie \u00f6ffentlich Bilanz zog zum Sonderprogramm des Bundesrats. Eine der Vorzeigefirmen war etwa der Bauzulieferer F. J. Aschwanden aus Lyss BE. Er erhielt 780 000 Franken f\u00fcr die Entwicklung eines Balkonelements, das den W\u00e4rmeverlust von Geb\u00e4uden reduzieren soll.<\/p>\n<p>Vom Erfolg der bundesr\u00e4tlichen Sondersubventionen sind nicht alle \u00fcberzeugt. Hans Hess, Pr\u00e4sident des Industrieverbandes Swissmem, bezeichnete die Innovationsf\u00f6rderung k\u00fcrzlich als <em>\u00ab<\/em>frustrierende Stop-and-go-Politik<em>\u00bb<\/em>. Zuerst w\u00fcrden Firmen motiviert, ihre Projekte einzureichen. Dann w\u00fcrden die Eingaben ungesichtet<em>\u00ab<\/em>versenkt<em>\u00bb<\/em>. Tats\u00e4chlich schickte die Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation \u00fcber 500 der 1064 eingereichten Gesuche ungelesen an den Absender zur\u00fcck. Total h\u00e4tten die Gesuche ein Volumen von \u00fcber einer halben Milliarde Franken ausgemacht. Gut m\u00f6glich, dass unter den ungepr\u00fcften Projekten besonders innovative waren. Hess vermutet, es seien rund 50 Prozent des Innovationspotentials\u00a0<em>\u00ab<\/em>abgew\u00fcrgt worden<em>\u00bb<\/em>.<\/p>\n<p>Ob der Beobachter Einsicht in die Liste der unterst\u00fctzten Firmen erh\u00e4lt, muss nun der eidgen\u00f6ssische \u00d6ffentlichkeitsund Datenschutzbeauftragte entscheiden. Er hat ein entsprechendes Schlichtungsverfahren er\u00f6ffnet.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Otto Hostettler ist Redaktor beim Beobachter. Dieser Beitrag erschien im Bebachter 8\/2012.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Otto Hostettler. Im Kampf gegen den harten Franken steckte der Bundesrat 100 Millionen in die Forschung. Welche Firmen profitieren, bleibt geheim. Alles musste schnell gehen: Innerhalb weniger Wochen verteilte letzten Herbst die staatliche Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation 100 Millionen Franken. 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