{"id":2285,"date":"2011-12-15T09:28:31","date_gmt":"2011-12-15T08:28:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/?p=2285"},"modified":"2011-12-15T21:13:12","modified_gmt":"2011-12-15T20:13:12","slug":"bundesrat-maurers-offenheit-hat-grenzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/2011\/12\/bundesrat-maurers-offenheit-hat-grenzen\/","title":{"rendered":"Bundesrat Maurers Offenheit hat Grenzen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2303\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 592px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2303  \" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/12\/Ueli-Maurer.jpg\" alt=\"\" width=\"582\" height=\"236\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Heikle Hausinternas legt er nicht offen: Verteidigungsminister Ueli Maurer (Foto: Keystone)<\/p><\/div>\n<p><em>Von Martin Stoll.<\/em>\u00a0<strong>Der Chef des Departements f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport (VBS)<\/strong>\u00a0<strong>hat seine eigenen Transparenzregeln: In Berichten, die er ver\u00f6ffentlicht, l\u00e4sst er heikle Stellen ohne R\u00fccksicht aufs \u00d6ffentlichkeitsgesetz schw\u00e4rzen.<\/strong><\/p>\n<p>Samuel Schmid, der gl\u00fccklose Verteidigungsminister, der \u00fcber die Aff\u00e4re Nef gestrauchelt ist, wollte nichts wissen: Sein internes Inspektorat, das ihm immer wieder \u00fcber Missst\u00e4nde im Departement berichtete, schaffte er kurzerhand ab. Sein Nachfolger Ueli Maurer setzte die Inspektoren wieder ein \u2013 und versprach der \u00d6ffentlichkeit Transparenz \u00fcber die Mis\u00e8ren bei der Landesverteidigung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Maurer entschied: Die Berichte seiner Inspektoren sind ins Internet zu stellen. Das Verdikt war intern umstritten, doch der Chef wollte es so, nachdem Medienschaffende gest\u00fctzt auf das \u00d6ffentlichkeitsgesetz (BG\u00d6)\u00a0Einblick in die Dokumente verlangt hatten.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich \u00a0<a href=\"http:\/\/www.vbs.admin.ch\/internet\/vbs\/de\/home\/documentation\/bases\/revision.html\" target=\"_blank\">publizierte<\/a> das Verteidigungsdepartement wieder. Berichte der Inspektoren zur Informations- und Objektsicherheit, zur Organisation von Milit\u00e4rflugpl\u00e4tzen und zu den vielen Dienstleistungsvertr\u00e4gen, welche das Verteidigungsdepartement an externe Firmen vergibt.<\/p>\n<p>Das Transparenzversprechen, das Mauer gegeben hatte, l\u00f6st er aber nicht ein. Die Berichte sind voller schwarzer Balken.<\/p>\n<p>Mehrere Wochen liessen sich VBS-Mitarbeitende Zeit, um die Papiere f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit aufzuarbeiten. Verwaltungsintern war ein aufw\u00e4ndiger Schw\u00e4rzungsprozess gestartet worden. Geheimschutzverantwortliche und Spezialisten machten Zensurvorschl\u00e4ge. Den Schwarzstift setzten das VBS dann aber nicht nur an, um milit\u00e4rische Geheimnisse zu bewahren. Mit Schw\u00e4rzungen wollten die Inspektoren ganz offensichtlich auch verhindern, dass heikle Hausinternas ans Licht kommen.<\/p>\n<p>Vor allem bei der \u00dcberpr\u00fcfung der 2600 Dienstleistungsvertr\u00e4ge, die das VBS zwischen Anfang 2009 bis Ende August 2010 abgeschlossen hat, kneiffen Maurers Leute. Zwar h\u00e4lt der Bericht fest, dass beim Abschluss der Vertr\u00e4ge Rechtsgrundlagen nicht eingehalten\u00bb wurden. Welche Bereiche innerhalb des VBS die Vorschriften verletzt haben, legt das VBS indessen nicht offen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2312\" src=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/deutsch\/files\/2011\/12\/Ausriss-Inspektionsbericht1.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"269\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist gegen die geltenden gesetzlichen Regeln: BG\u00d6-Artikel 7, in dem die Ausnahmen aufgelistet werden, in denen die Akteneinsicht verweigert werden kann, kennt keinen Schutz von delikaten internen Angelegenheiten. Abgedeckt werden kann, wenn die innere oder \u00e4ussere Sicherheit der Schweiz gef\u00e4hrdet ist, aussenpolitische Interessen oder internationale Beziehungen beeintr\u00e4chtigt oder Berufs-, Gesch\u00e4fts- oder Fabrikationsgeheimnisse offenbart werden. Solche Geheimnisse stecken kaum hinter den schwarzen Fl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Dass unbegr\u00fcndet\u00a0schwarz machen nicht geht,\u00a0hielt auch der Eidgen\u00f6ssische \u00d6ffentlichkeitsbeauftragte ED\u00d6B im September in einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.oeffentlichkeitsgesetz.ch\/downloads\/dokumente\/2011\/2011_09_19_Empfehlung_ESTV_Cockpits_und_%20Amtreportings.pdf\">Empfehlung<\/a>\u00a0fest: Eine Beh\u00f6rde muss\u00a0jede Zugangsbeschr\u00e4nkung schriftlich begr\u00fcnden und darlegen, ob eine Ausnahmebestimmung gegeben ist.<\/p>\n<p>Silvia Steidle, die Sprecherin von VBS-Chef Maurer, sagt, man werde die Frage jetzt von der Rechtsabteilung pr\u00fcfen lassen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Stoll.\u00a0Der Chef des Departements f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport (VBS)\u00a0hat seine eigenen Transparenzregeln: In Berichten, die er ver\u00f6ffentlicht, l\u00e4sst er heikle Stellen ohne R\u00fccksicht aufs \u00d6ffentlichkeitsgesetz schw\u00e4rzen. 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